Abnehmen und Ernährung
gesund Abnehmen durch richtige Ernährung – persönliche Erfahrungen

schlanker mit Vollwertküche?

01 Aug

Autor: Requendel - Kategorie: Diätirrtümer und Diätmythen, richtige Ernährung, vollwertige Ernährung

Einer meiner klassischen Diätirrtümer war, dass Vollwertküche von alleine dünner machen würde. Ich sah mein Heil in der Vollwerternährung und kaufte mir jede Menge Bücher und Kochbücher zu dem Thema.

Wir stellten unsere Nahrung um, es zogen Vollkornteigwaren, Vollkornreis, Vollkornbrot ein, es wurde mehr in Bio-Läden gekauft und wir probierten vegetarische Brotaufstriche aus. Alles in Allem war es ein kulinarisches Abenteuer und nach und nach merkten wir wie bereichernd diese Art zu kochen für Körper und Seele ist. Ich möchte keinen Augenblick missen und keine der Erfahrungen die ich gemacht habe ist überflüssig. Ich habe viel gelernt über die Qualität von Nahrung und über die politischen Aspekte bei bestimmten Lebensmitteln und Massenproduktionen etc. Es war eine Zeit in der ich auch andere Denkweisen zugelassen habe, es war eine Zeit des Umbruchs für mich.

Nur eins hat mir diese Art der Ernährung nicht gebracht, eine schlankere Figur. Im Gegenteil ich wurde erst mal noch dicker. Zum einen dachte ich dass ich ja jetzt, da ich ich gesund esse, einen Freibrief zum Fressen hätte. Ich verdrückte riesige Menge buttriger Nudeln und fettiger Bratlinge und ich bildete mir ein dass ich gesünder essen würde.

Einen Teil trugen auch Bücher wie die von Dr Bruker dazu bei, mich in diesem Glauben zu verstärken. Er schreibt dass man nichts anderes zu tun braucht um schlank zu werden, als vollwertig zu essen….auf den ersten Blick klang das so. Wenn man dann genau nachgelesen hat, dann hieß es dass es die tiereiweißfreie Vollwertkost mit hohem Frischkostanteil sein soll. Also sind Milchprodukte völlig gestrichen, bis auf Butter und ab und zu etwas Käse. Das war für mich erst mal noch ein Grund mehr fettige Bratlinge zu essen. Aber wenn man dann genau nach las, dann wurde einem schnell klar dass die Betonung auf „hoher Frischkostanteil“ liegt. Es soll jede Menge Rohkost gegessen werden, die Zutaten sollen möglichst schonend zubereitet werden und es gehört täglich ein Frischkornmüsli dazu. Das alles ist dann nicht mehr so einfach umzusetzen, es erfordert eine gewaltige Umstellung der Lebensweise. In dem Buch in dem es um Übergewicht geht heißt es noch dass man auf keinen Fall mehr als dreimal am Tag essen darf und jeder Bissen den man zwischendurch essen würde, würde dick machen. Hm, das wage ich zu bezweifeln, ich habe mit mindestens 5 Mahlzeiten pro Tag immerhin über 45 Kilo abgenommen.

Man muß sich an völlig neue Zubereitungsarten gewöhnen, aber dazu gibt es inzwischen genug gute Kochbücher.

Das was mich stört an der Geschichte, das was mich speziell an der „natürlichen Gesundheitslehre“ stört ist, dass man zu viel einfach so glauben muß. Da wäre zum Beispiel die These von der Vergiftung des Körpers durch die Nahrung und die daraus folgende Entgiftungstheorie. Ich bin immer noch hin und her gerissen was ich nun glauben soll und was nicht und habe mich deswegen erst einmal dazu entschieden nichts zu glauben sondern auszutesten was mir persönlich am besten bekommt. Nach der Entgiftungstheorie soll Rohkost die gesündeste Ernährung sein und ab da geht es dann auch schnell weiter in obskure esoterische Ecken wie Lichtnahrung und andere Auswüchse die nicht zuletzt lebensgefährlich sein können.

Extrem bedenklich finde ich noch die Art und Weise in der gewisse Autoren über Themen wie Homosexualität und Behinderung schreiben. Da für sie ja alles was nicht der Norm entspricht ernährungsbedingt und degenerativ ist, ist das angeblich genau so mit der Homosexualität.  Leider fehlen mir jetzt die genauen Quellen, ich werde demnächst mal nachforschen und dann die Quellen nachreichen.

Homosexualität wäre eine degenerative Folge von den Ernährungsfehlern, die die Generationen vorher gemacht hätten und deswegen sollten homosexuelle Menschen keine Kinder bekommen weil sie eben so die degenerierten Gene weiter geben würden. Mit Menschen mit Behinderungen soll es angeblich genau so sein. Und überhaupt sei Kinderlosigkeit sozusagen die Strafe für eine falsche Ernährung. Sollte die kinderlose Frau sich aber doch richtig ernähren, dann sind eben die Generationen vor ihr daran schuld weil die eben falsch gegessen haben. Diese Gedanken sind für mich extrem bedenklich, menschenverachtend und dumm. Entschuldigen Sie die Polemik aber bei diesem Thema geht es mal leicht mit mir durch.

Ich möchte gesunde Nahrung essen und auch darauf achten dass meine Seele und mein Körper und mein Geist im Einklang miteinander sind. Dazu brauche ich keine Ideologien und vor allem keine neuen Glaubenssätze. Ich will selber denken und selbst entscheiden was gut für mich ist und was nicht. Ich will mich nicht an feste Regeln halten, ich will nicht von der Uhr bestimmen lassen wann ich nun mein Obst essen darf und wann ich Wasser trinken darf, wie es zum Beispiel in den „Fit fürs Leben“- Büchern vertreten wird. Mir ist diese Säure-Base-Theorie nicht einsichtig, deswegen entziehen sich mir auch der Sinn der Trennkost. Im Magen wird doch eh wieder alles zusammen geschüttet oder? In diesen Ratgebern wird immer Sinnvolles und Praktisches mit irgendwelchen angeblich wissenschaftlich begründeten Theorien vermischt, die man dann gleich mit dem Frischkornbrei mit hinunter schlucken soll und genau dagegen wehre ich mich.

Ich sage nicht dass das alles Falsch ist, dazu verstehe ich zu wenig von der Materie, aber ich weigere mich zu glauben was man mir vorsetzt, besonders wenn mir gleichzeitig das Heil in Form eines schönen Körpers und der perfekten Gesundheit versprochen wird.

Ich nehme die Dinge aus den Büchern an, die mir einsichtig sind und ich bin auch durchaus bereit für Selbstversuche. Die haben mir zum Beispiel gezeigt dass ich bestimmte Nahrungsmittel am Abend weniger gut vertrage als andere, dass ich mich am besten fühle wenn ich am Abend einen großen Salat und etwas gedünsteten Fisch esse.  Habe ich viel Hunger kommt noch Reis dazu. Nudeln oder Kartoffeln oder Brot vertrage ich weniger gut am Abend. Es gibt aber auch Tage an denen gönne ich mir eine Pizza oder ein Döner und es geht mir prächtig danach und ich kann wunderbar schlafen. Ich denke so hat jeder Mensch seine persönlichen Vorlieben und Verträglichkeiten. Es ist wirklich am besten selbst auszutesten was einem am besten bekommt und nach welcher Nahrung man sich am fittesten und wohlsten fühlt.

Stichwörter

Abnehmen Abnehmen mit Genuss Abnehmen und Genießen AIQUM dauerhaft abnehmen Diät Energiebilanz Entlastungstag erfolgreich abnehmen Ernährung Ernährungsplan Ernährungsumstellung FDM fettarme Ernährung fettarm kochen Flexible Diätmethode Frühstück Frustfressen Gemüse gesund Gesund abnehmen gesunde Ernährung gesund essen gesund geniessen Heißhunger Hunger kalorienarm Kräuter Kräuterküche Kristallwasser negative Energiebilanz Obst Regelmäßige Mahlzeiten regelmäßig essen richtige Ernährung Rohkost Süßhunger Salat Schokolade Sport Stoffwechsel Stoffwechsel anregen trinken Trostessen Vitamine

Ähnliche Beiträge

Trackback Uri kopieren

http://www.abnehmen-und-ernaehrung.de/gesund-abnehmen/vollwertige-ernaehrung/schlanker-mit-vollwertkueche.html/trackback

Ihr Kommentar

Alle Felder mit Sternchen (*) sind Pflichtfelder. Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht.

[ Alternative für E-Mail: @ = + ]

Feedback für diesen Artikel




top