Essen als Kompensationsmechanismus

Großes Thema für mich und für viele andere Übergewichtige. Essen musste bei mir früher für vieles herhalten. Als Frustkompensator, als Glücklichmacher, als Kummerbeseitiger, als Zeitvertreib.

Durch essen kann man sein Leben erträglicher machen wenn es unerträglich scheint. Schöne Momente werden mit einem großen Stück Torte einfach noch viel schöner. Und bei Kummer weint es sich mit zartschmelzender Nougatschokolade im Mund gleich nochmal so gut. Langeweile lässt sich gut überbrücken, wenn der Mund was zu beißen hat und die Hände mit reinschoppen beschäftigt sind.

Es gibt eigentlich keine Emotion und keine Situation, die man durch Essen nicht besänftigen oder verbessern könnte. Ein solches Essmuster zu durchbrechen ist wirklich schwer, aber unbedingt notwendig wenn man sein Gewicht dauerhaft reduzieren will.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist es, sich bewusst zu machen in welchen Situationen man besonders gefährdet ist. Dazu kann es hilfreich sein, über eine gewisse Zeit hinweg ganz genau aufzuschreiben, was und wieviel man isst. Und auch zu vermerken, aus welchem Grund man gegessen hat. War es wirklich Hunger, oder war es Appetit? Wollte man die beste Freundin nicht vor den Kopf stoßen und hat deshalb noch ein zweites Stück von ihrem selbstgebackenen Kuchen verdrückt? Mit dem Partner gestritten und sich hinterher eine große Tafel Schokolade reingezogen? Keine Zeit fürs Frühstück gehabt und deshalb auf dem Weg zur Arbeit beim Bäcker eingefallen? Etwas Besonderes geleistet und sich mit einem großen Eis dafür belohnt?

Alle diese Dinge sind nicht grundsätzlich schlecht – abnehmen heißt ja nicht, dass man sich kasteien soll. Aber ein Protokoll zu führen und ein Gespür dafür zu bekommen, was man wann und warum isst, kann sehr hilfreich sein, um Essfallen zu vermeiden und Ernährungsfehlern auf die Spur zu kommen. Immer wieder höre ich von übergewichtigen Menschen den Satz: „Eigentlich esse ich gar nicht so viel“. Nun ja. Ich glaube die merken es nur nicht!

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