Wie entsteht Adipositas?

Wie entsteht eigentlich Adipositas bzw. warum wird ein Mensch fettleibig? Eine Frage, mit der ich mich in letzter Zeit oft beschäftigt habe und für die es keine eindeutige Antwort gibt. Ich denke nicht, dass Fettleibigkeit eine einzige Ursache hat, sondern dass eine Kombination mehrerer Faktoren zur Adipositas führt.

Schließlich wird man nicht von einem Tag auf den anderen fettleibig. Es ist ein schleichender Prozess, den man sieht und der nicht unbemerkt an einem vorübergeht. Dennoch ist es für die Betroffenen oft schwierig bis unmöglich, den Prozess des konstanten Zunehmens aufzuhalten. Einige Faktoren, die Menschen in die Adipositas führen, sollen hier genannt werden.

Ungleichgewicht zwischen Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch

Gar keine Frage. 30, 40, 50 oder noch mehr Kilo Übergewicht entstehen nicht, weil man so gesund isst und sich so viel bewegt. Wenn man permanent mehr Kalorien zu sich nimmt als man verbraucht, nimmt man unweigerlich zu. Das Problem, das viele übergewichtige und insbesondere fettleibige Menschen haben, ist, dass der normale Bezug zum Essen verlorengeht. Man weiß nicht mehr, was eine normale Portion ist. Das Sättigungsgefühl ist praktisch nicht mehr vorhanden, man hat nie das Gefühl, genug gegessen zu haben und satt zu sein. Bewegung bleibt aufgrund des Gewichts und der oft damit verbundenen Schamgefühle auch häufig auf der Strecke.

Viele Diäten und Jojo-Effekt

Diäten erweisen sich häufig als Treppe in die Adipositas. Häufig werden ungesunde Crashdiäten ausprobiert, die einen schnellen Gewichtsverlust versprechen. In Wahrheit passiert bei solchen Diäten nichts weiter, als dass der Körper entwässert wird und Muskelmasse abbaut. Nach der Diät schlägt der Jojo-Effekt unerbittlich zu. Durch Radikaldiäten wird außerdem der gesunde Stoffwechsel des Körpers oft stark aus dem Gleichgewicht gebracht, weil der Körper während der Diät in einen „Hungerstoffwechsel“ tritt. Das heißt, der Energieverbrauch wird gedrosselt. Nach der Diät braucht der Körper zur Aufrechterhaltung seiner Leistung weniger Nahrung als vor der Diät. Um das erreichte Gewicht zu halten, müsste man daher viel weniger esse als vorher.

Psychische und soziale Faktoren

Abgesehen von Kalorien, Bewegung und Jojo-Effekt sind psychische und soziale Faktoren ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn es um die Fettleibigkeit geht. Aus Scham und Angst vor peinlichen Situationen ziehen sich stark übergewichtige Menschen oft zurück. Soziale Kontakte werden gedrosselt und man driftet in die Isolation ab. Diese Isolation kann in weiterer Folge dazu führen, dass man die fehlenden sozialen Kontakte durch Essen (Seelentröster) kompensiert. Auch andere psychische Faktoren werden häufig durch eine überdimensionale Nahrungsaufnahme kompensiert. Diese Faktoren können sehr unterschiedlich sein, z.B. Stress, Sorgen, Kummer, Beziehungsprobleme, unbefriedigender Job, mangelnde Anerkennung, mangelndes Selbstwertgefühl – und unzählige andere Dinge.

Fazit: Adipositas hat viele Ursachen. Neben den hier angeschnittenen Faktoren gibt es noch unzählige andere. Nur wenn man die zugrundeliegenden Probleme erkennt und aktiv an der Bewältigung arbeitet, hat man in Kombination mit einer Ernährungsumstellung und einem entsprechenden Bewegungsprogramm eine echte Chance, der Adipositas zu entkommen.

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