Abnehmen und Ernährung
gesund Abnehmen durch richtige Ernährung – persönliche Erfahrungen

Mehlmotten

01 Apr

Autor: Requendel - Kategorie: Allgemein, Blog Requendel, vollwertige Ernährung

Heute greife ich mal ein etwas unappetitliches Thema auf. Gerade wenn man oft vollwertig kocht, hat man meist einen gewissen Vorrat an Vollkorngetreide in ganzen Körner und in gemahlenen Zuständen.

Außerdem ungeschwefeltes Dörrobst, Nudeln, Reis, Saaten, chemiefreie Tees und Gewürze.

Auch Kakao und Kaffee zählen zu den „gefährlichen“ Vorräten.

Ich kann mich noch gut an meinen Schock und an meinen Ekel erinnern, als ich vor Jahren das erste Mal lange weiße Maden die Küchenwände hochkriechen sah. Ich konnte mir nicht vorstellen wo die herkamen. Sicher, es sind ein paar mottenähnliche Viecher um uns herum geflattert in der letzen Zeit, aber es war Hochsommer und da passiert das schon mal….dachten wir.

Wir kannten keine Lebensmittelschädlinge. Ich bin Anfang der 60ziger geboren und bei uns zuhause gab es natürlich noch kein Bewußtsein für biologisch angebaute Nahrung. Mehl war eigentlich immer das „normale“ Weißmehl, Rosinen und Backpflaumen würden geschwefelt gekauft, Nudeln und Reis immer in der hellen und polierten Form. Vollkorngetreide gab es nur in Getreidemühlen und dort auch kein biologisch angebautes Gemüse. Das Getreide war immer „behandelt“ um es vor Schädlingen zu schützen. Damals machte man sich noch keine Gedanken darum. Wie ich später hörte waren diese Motten in getreideverarbeitenden Betrieben durchaus bekannt, aber der Verbraucher, der seine Lebensmittel beim Milchmann, Bäcker oder Gemüsehändler kaufte, oder später eben im Supermarkt, kam mit den Viechern nicht in Berührung.

Ich denke die Tatsache, dass irgendwann jeder Haushalt einen Kühlschrank hatte, und dass in der Regel nur noch für Kleinfamilien Vorrat gelagert wurde, brauchte den Wandel in der Vorratshaltung.

Uns war damals aber wohl klar, dass es bestimmt mit unserer Umstellung auf Vollwertkost zu tun hatte. Nachdem wir den Weg an der Wand, den die Maden nehmen zum Ursprung verfolgten, landeten wir im Vorratsschrank, das war eindeutig.

Jetzt kam der zweite Schock. Jedes einzelne Lebensmittel war befallen, überall zeigten sich Fänden und Gespinste, überall verklumpte sich Mahlgut verdächtig. Wir haben alles weg geworfen und uns dabei angesehen wie die einzelnen Zeichen des Befalls aussehen. Dabei wurde uns auch jede Illusion genommen dass es irgendeinen Trockenvorrat gibt, an den die Motten nicht gehen. Sogar in der Tüte mit Chilipulver waren Fäden zu sehen. Schokolade, Datteln, Rosinen, Grieß, natürlich Mehl, besonders Leinsamen und Weizenkleie waren befallen. Sogar in eigentlich noch geschlossenen Tüten sahen wir ausgewachsene Motten krabbeln, wir wissen nicht wie sie dort hinein kommen.

Der Schluß war dass wir wirklich alles wegwerfen und wirklch nie wieder Vorrat in Tüten aufbewahren. Eine Wäscheklammer um die Tüte zu verschließen, reicht da nicht. Motten finden immer einen Weg.

Natürlich habe ich mich im Naturkostladen nach Maßnahmen erkundigt und fand dort mitfühlende Ohren. 

Das Wegwerfen der befallenen Nahrungsmittel und der Vorräte die „unter Verdacht“ stehen, war die erste und wichtigste Maßnahme.

Als zweites haben wir uns eine Reihe fest verschließbare Dosen und Behälter zugelegt. Man muß wirklich darauf achten dass die Dosen fest verschlossen sind, die Motten nutzen jede Chance.

Inzwischen waren wir auch sensibilisiert auf das Mottenproblem, so dass wir mit wachen Augen einkaufen gingen. Und zu unserem Entsetzen sahen wir, wie die Motten sich auch in Supermärkten breit gemacht haben. Gerade in Supermärkten mit Bio-Produkten sind sie gut vertreten, aber Nicht-Bio schützt auch vor Motten nicht. Wir haben Motten in getrockneten Aprikosen und in Leinsamen, in Kaffee und in Haferflocken gefunden, die Liste könnte noch weiter gehen.

Also Augen auf beim Einkauf.

Jetzt haben wir es uns zur Regel gemacht jedes neue Trockenprodukt sofort in eine leere Dose sozusagen in Quarantäne zu schicken.  Ich habe nämlich einmal den Fehler gemacht und habe eine frische Tüte ganzen Weizen zu meinem noch nicht ganz verbrauchten Vorrat geschüttet. Zwei Wochen später flatterten Motten in der Küche herum. Der Weizen war schon im Geschäft befallen und die Motten haben sich in der Dose prächtig entwickelt. Nun war auch mein vorher nicht befallener Weizen hinüber und muße weggeworfen werden. Jetzt brauche ich die Reste erst vollständig auf, bevor ich frischen Gut dazu schütte, oder ich verwahre die frischen Körner in einer zweiten Dose.

Da der Entwicklungszyckus von Motten etwa bei drei Monaten liegt, würde eine sinnvolle Quarantäne eben drei Monate Dauern. Bei Roggen und Weizen und Reis, den wir in 5 Kilo Beuteln kaufen, lohnt sich diese Maßnahme. Gut geeignet für größere Vorräte sind die sogenannten Oskar-Tonne, die haben eine fest verschließbaren Deckel und man kann sie in vielen Größen bekommen. Am sicherten sind Weckgläser mit Gummiringen.

Nachdem die Lebensmittel also aussortiert und die Reste gut verpackt waren, mußte noch die Umgebung gereinigt werden. Die Motten halten sich nicht die ganze Zeit in der Nähe der Lebensmittel auf. Ihre Eier legen sie gerne eher weit entfernt von dem Nahrungsmittel, in dunklen Ecken und Ritzen, wo sie sich dann ungestört entwickeln können, bis zur Verpuppung. Sitzen die Puppen erst mal fest in irgendwelchen Ecken, und damit meine ich wirlich jeden Winkel wie Türscharniere, Den Nut bei der Rückwand des Vorratsschranks, in den Löchern um Regalbretter zu verstellen, auch einfach überall, dann hat man viel zu tun sie los zu werden. Meine Spezialmethode ist es sie zu verglühen, das geht mit einem alten Haarföhn ganz wunderbar. Ich föhne also die Ecken und Winkel, an die ich nicht heran komme, mit der heißen Stufe aus. Ich halte den Föhn so dicht es geht an die Stelle und lasse die heiße Luft wirklich lange dagegen blasen.  Manchmal sieht man dann richtig, wie die Fäden verschmoren und das halten dann selbst die widerstandsfähigen Puppen nicht aus.

Hinterher werden die Schränke und andere befallene Stellen noch mit scharfen Essigwasser ausgewischt und ich stelle Mottenfallen auf. Diese locken mit Sexualduftstoffen die Männchen an,  die Weibchen alleine können ja nichts mehr anrichten, solange sie keine Eier mehr ablegen.

Und als letze Maßnahem lege ich mit Zedernöl getränktes Vließ in jeden Schrank, der Geruch ist den Motten unsympatisch.

Mit diesen Maßnahmen habe ich es geschafft die Motten im Schach zu halten. Ganz werde ich sie nie los, denn es kommen ja von draußen immer wieder frische dazu. Wenn sie vereinzelt herumflattern lassen sich sich zum Glück gut treffen.

Leider ist es so, dass ich mich dazu verführen lasse wieder nachlässig zu werden mit meiner Vorratslagerung und promt rächt es sich wieder mit einem Mottenbefall. Da hilft nur Disziplin und gute Nerven.

Wir haben das mal so durchgerechnet, die Motten können ein echter wirtschaftlicher Faktor sein, wenn man öfter seine gesamten Vorräte wegschütten muß und neu kaufen muß.

Brrr….bei diesen Viechern schüttelt es mich, ich denke dass sind uralte Ängste vor dem Nahrungskonkurrenten.

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