Abnehmen und Ernährung
gesund Abnehmen durch richtige Ernährung – persönliche Erfahrungen

Essen aus Langeweile

18 Sep

Autor: Requendel - Kategorie: Abnehmen Tipps, Allgemein, Blog Requendel, Der Innere Schweinhund

Und wieder gehe ich ein Problemthema an. Das Essen aus Langeweile ist eine Falle, in die ich selbst immer wieder hineintappe. Es ist gekoppelt mit dem Essen bei Krankheit.

Im Normalfall habe ich keine Langeweile, auch wenn ich erwerbsarbeitslos bin habe ich eine ausgefüllten Tag und weiß mich gut zu beschäftigen.  Nur wenn irgend etwas schief läuft, wenn Verabredungen kurzfristig abgesagt werden, wenn ich krank bin und deswegen zur Ruhe gezwungen bin, wenn ich mich in finsteren Gedanken verfange und mich deswegen einigle, dann droht die Langeweile und dann droht das Essen.

Ich glaube dass ich versuche die Langeweile mit Essen zu bekämpfen versuche, kommt noch aus meiner Kindheit. Ich war oft alleine, ich durfte oft nicht `raus, ich war oft wochenlang krank mit meiner häufigen Bronchitis und so fühlte ich mich irgendwie abgeschnitten vom normalen Leben.

Essen, insbesondere süßes Essen, war dann für mich Trost und Wärme. Es war nicht das Gefühl der Langeweile selbst das mich zum Essen brachte, sondern der Auslöser aus dem es überhaupt zur Langeweile kam. Meist war es ein Mangel an Gesellschaft, Einsamkeit, ein Mangel an Wärme. Oft ging dem ein Streit mit meinen Eltern voran, oft war die Langeweile Folge eine Strafe in Form von Zimmerarrest. Dieses ganze negative Gefühlschaos, diese ganze Wut saß nun mit mir im Zimmer und ich wußte nicht wohin damit. Also habe ich es in mich hineingefressen und noch viele Schichten Essen darüber gelegt.

Es kam vor das ich eine Woche lang Zimmerarrest hatte. Das hieß dass ich zur Schule ging, aber danach die Freizeit in meinem Zimmer verbringen mußte und auch keinen Besuch kriegen durfte. In diesen Zeiten kratzte ich mein Taschengeld zusammen oder bediente mich auch mal in Muttis Portemonaie (inzwischen schäme ich mich nicht mehr dafür das zuzugegben denn ich verstehe warum ich das getan habe) und deckte mich auf dem Schulweg mit Essen ein. So eine „Mahlzeit“ bestand aus einer Literflasche Cola, einer Tüte Mürbeteigkekse und Schokostäbchen oder andere Schokolade, ja und seltsamerweise war auch jede Menge Joghurt dabei, den liebte ich damals schon.

Und das alles habe ich zwischen einem normalen Mittagessen und einem normalen Abendessen verschlungen.

Schluß, diese Zeiten sind vorbei! und sollen nie wieder kommen. Ich habe viel gelernt und erfahren, ich weiß nun was mich zu dieser Selbstzerstörung  getrieben hat.

Das Problem heute ist aber, dass immer wenn ich unfreiwillig untätig bleiben muß, ich mich wieder an die Gefühle aus vergangenen Zeiten erinnere und oft die Fresslust bekomme die ich damals hatte. Ich würde also heute immer noch versuchen die Gefühle die ich als Jugndliche hatte, herunter zu fressen.

Ebenfalls Schluß!! Es ist wichtig diese Mechanismen bei einem selbst durchblickt zu haben, nur so kommt man aus diesen Teufelskreisen heraus. In dem Moment in dem mir klar wird was da gerade wiede vor sich geht wenn ich durch einen Bandscheibenvorfall nicht so aktiv sein kann wie ich eigentlich möchte, in dem Moment in dem ich den unerklärlichen Drang verspüre in die Küche zu gehen und mir die nächste Schnitte Brot zu machen, kann ich die Bremse ziehen.

Erst mal setze ich mich hin, versuche mich zu entspannen und analysiere die Situation. Ich überlege mir warum ich mich so unruhig, angestaut und unwohl fühle und was ich da gerade herunterdrücken will.  Der Drang ist stark, es ist nicht leicht dabei ruhig zu bleiben und dem nicht nach zu geben. Ich sage mir immer wieder dass es jetzt heute und nicht damals ist, dass ich jetzt erwachsen bin und viel gelernt habe und ganz andere Möglichkeiten habe als damals als Kind und als Jugendliche. Dass der Grund für meine Langeweile jetzt eine Krankheit ist und dass es immer wieder in meiner eigenen Entscheidung liegt wie viel ich mache und in wie weit ich mich schone. Da steckt kein Elternverbot mehr hinter, da steckt keine Strafe mehr hinter. Meine Eltern leben nicht mehr aber ihre Stimmen sind immer noch aktiv in mir.

Wenn ich das soweit durch habe, überlege ich mir eine Strategie wie ich damit umgehen kann. Erste Hilfe ist Rohkost. Ich mache mir einen Teller mit gemüsigen Knabberzeug zurecht. Der zweite Punkt ist Ablenkung. Ich mache mir ein Programm was ich in dem jetzigen Zustand manchen kann und will. Ich verordne mir selbst einen Spaziergang sofern möglich, ich mache einen Musikabend mit CDs die ich lange nicht mehr gehört habe, ich nehme mir vor endlich ein lange in der Ecke herumliegendes angefangenes Strickzeug weiter zu machen, ich suche mir ein gutes Buch. Manchmal kaufe ich mir auch ein neues Buch denn immerhin ist auch das Essen teuer.

Oft hilft mir auch eine heiße klare Brühe gegen dieses Gefühl jetzt etwas im Mund haben zu müssen und zu löffeln.

Ja und dann noch was ganz Wichtiges. Ich zelebriere die richtige Mahlzeit, die ich sowieso eingeplant hatte. Ich suche mir was aus was viel Arbeit macht. So etwas wo es viel vorzubereiten, viel zu schnippeln gibt. Vielleicht frischen Spinat und Pilze oder so etwas Ähnliches. Vielleicht Rohkost mit viel geriebenen Möhren, einfach irgend etwas was lecker ist und was ich nicht allzu oft mache eben wegen der vielen Arbeit.

Meine Hühnerverwertung , natürlich mit der Jahreszeit angepassten Gemüse wie Rüben oder Schwarzwurzeln, ist auch eine gute Sache, da bin ich gleich mehrere Tage mit Kochen beschäftigt.

Das sind ja meine eingeplanten regulären Mahlzeiten. Da kann ich mir Zeit für nehmen und das Essen genießen.

So und so ähnlich sieht mein Plan aus, wenn ich wieder in diese miese langweilige Stimmung gerutscht bin. Es funktioniert sehr sehr oft und ist immer einen Versuch wert. Es funktioniert aber nicht immer und dann geben ich meiner Fresslust ohne ein schlechtes Gewissen nach und mache hinterher einen Entlastungstag.

Der Mensch ist eben keine Maschine, es gibt immer mal wieder solche Phasen in denen man in alte Verhaltensmuster rutscht. Man darf davor keine Angst haben und auch keine Panik wenn man mitten drin steckt. Aus solchen Phasen können wir viel über unser Essverhalten lernen und über die Gefühle an die wir das Essen gekoppelt haben. Hinterher sind wie klüger und können wieder ein Stückchen mehr von unseren alten Gewohnheiten ablegen. Beim nächsten Fresslustanfall können wir dann auf diese Erfahrungen zurückgreifen und fühlen uns nicht mehr ganz so ausgeliefert.

Sicher, das ist ein langer langer Prozess aber warum meinen wir dass sich das was wir möglicherweise seit unserer Kindheit so gemacht haben, durch eine einfache Entscheidung geändert werden kann? Alles braucht Zeit und genau diese Zeit sollten wir uns auch gönnen.

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Kommentare

Sie finden hier 1 Kommentar zu “Essen aus Langeweile”

  1. auch ich kämpfe mit der Fresslust « Zeit, Essen, Montag, Krankengymnastik, Werte, Dienstag, Strickzeug, Ding « abnehmen BLOG - Menschen die erfolgreich abnehmen meinte am 18. September 2008 - 10:08 Uhr

    […] völlig aus damit es wieder los geht und so bleibt mir jede Menge Zeit um ans Essen zu denken. Essen aus Langeweile ist eine meiner übelsten […]

    ID 136

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