Wer Hunger hat soll essen

Ich wünsche mir das für die ganze Welt und alle Menschen, aber in diesem Zusammenhang beziehe ich mich nur auf das Problem des Übergewichts.

Im Laufe meiner langen Ernährungsumstellung merke ich immer deutlicher dass es kaum was Schlimmeres gibt als Hunger zu haben und ihn zu ignorieren. Noch schlimmer ist es gar sich zu verbieten etwas zu essen weil es noch nicht „in den Plan“ passt oder weil noch nicht die passende Uhrzeit gekommen ist. Einige Studien belegen ja dass die Flaschennahrung als Säugling das Risiko für Übergewicht erhöht, so zum Beispiel hier zu lesen. Ich merke bei mir wie der Hunger sehr unterschiedlich ist von Tag zu Tag und langsam lerne ich auch darauf zu hören.

So ist es mir zum Beispiel gestern gegangen, als ich mich plötzlich wie ein Fass ohne Boden fühlte. Ich habe immer wieder in mich hinein gelauscht weil ich nicht weniger als sonst gegessen hatte. Es hätte ja sein können dass da wieder was anderes hinter steckte, ein anderes Bedürfnis das ich noch nicht identifizieren konnte, aber es war eindeutig Magenknurren und Hungergefühl. Mir war leicht ködderig, ich wollte Nahrung haben und zwar gesunde Nahrung. Also habe ich sie mir gegeben. Zugegeben, es war etwas merkwürdig so viel zu essen. Alte Stimmen wurden wieder laut wie „Du machst Dir jetzt was vor, du tarnst nur einen Fressanfall, beherrsche dich jetzt gefälligst oder habe wenigstens ein schlechtes Gewissen“ und so weiter und so fort.

Ich habe mich aber konsequent darüber hinweg gesetzt und habe meinem Bedürfnis vertraut. Ich hatte Hunger also habe ich gegessen Basta! Und zwar wirklich nur gehaltvolle und gut zubereitete Nahrung. Ich habe langsam und bewußt gegessen….und hatte immer noch Hunger. Also habe ich erst etwas gewartet ob ich nicht doch langsam satt werden würde, aber als ich dann eine Stunde später noch Hunger hatte, habe ich weiter gegessen.

Zwischendurch habe ich zur Probe noch einen kräftigen halbstündigen Gang gemacht um zu testen ob nicht doch Bewegung mein Eigentliches Bedürfnis ist (es ist doch nicht so leicht sich selbst zu trauen), aber der Hunger wurde stärker. (Ich bin darauf gekommen weil ich eigentlich ins Studio wollte, aber aufgrund eines heftigen Muskelkaters doch besser darauf verzichtet habe, nur Ausdauer hatte ich keine Lust) So habe ich einfach gegessen bis ich mich wirklich satt fühlte. Nicht vollgestopft sondern einfach satt.

Nachdem ich alles aufgeschrieben hatte, bekam ich einen Schreck, ich habe an die 3000 Kalorien gegessen. Das schreibe ich mir eigentlich immer als Pauschale für einen Festtag auf. Und gestern war ja eigentlich ein ganz normaler Tag. Nur hatte ich eben Hunger und das Besondere war dass ich wirklich gegessen habe.

Ich konnte gut schlafen, mir geht es gut, ich fühle mich in keiner Weise voll gestopft, ich habe heute früh auch kein schlechtes Gewissen und ich habe auch ganz normal gefrühstückt. Meine Verdauung ist allerdings so richtig kräftig in Gang gekommen, das war in den letzen Wochen eher ein Problem. Ich beobachte meinen Hunger mal in den nächsten Tage und bin sehr neugierig wie es weiter geht.

In meiner wöchentlichen Energiebilanz wirkt sich das Ganze nicht schlimm aus, ich stehe immer noch ganz gut da.

Das Wichtigste ist dass ich ganz gelassen bin, mich gut fühle und mir sage dass ich das eben gebraucht habe. Ich bin auch sicher dass sich das Ganze nicht gleich auf der Waage bemerkbar machen wird. Nach der kräftigen Abnahme in der letzen Zeit denke ich da eher wieder an eine Weile Stillstand.

So machen das die Menschen die nie Gewichtprobleme hatten doch auch. Sie essen wenn sie hungrig sind und nicht darüber hinaus! Sie machen sich nicht andauernd Gedanken darüber ob das denn jetzt in Ordnung wäre wenn sie das jetzt essen würden. Da möchte ich auch hin kommen, das ist mein Ziel. Ein unverkrampftes normales Verhältnis zu Essen zu gewinnen.

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