Von Süßigkeiten zum Obst

Bei meiner Arbeit betreue ich die Kinder suchtkranker Mütter, während die Mütter ihre Therapiesitzungen oder Gruppengespräche haben.

Ich sehe immer und immer wieder wie schlecht die Essgewohnheiten sind, die die Mütter den Kindern vermitteln.

Die meisten werden mit Süßigkeiten beschwichtigt um ruhig zu sein und kein Theater zu machen wenn sie bei mir sind. Einige kommen regelmäßig mit Hamburgern oder deren Verpackungen an, so dass ich immer genau sehen kann dass sie mit ihren Müttern in den entsprechenden Läden waren und die Kinder quasi bestochen haben.

Einige bekommen dann noch Getränke mit für die zwei Stunden, nicht etwa Wasser, sonder extrem süße und künstlich schmeckende Flüssigkeiten, Säfte mag ich dazu nicht sagen.

Ich lasse das natürlich zu, es ist nicht meine Aufgabe zu erziehen, aber ich habe mir doch überlegt was ich tun kann.

Nun habe ich immer Apfelsaft und Wasser bereit stehen, und einen Teller voll mit schön angerichteten Obst denn das Auge isst gerade bei Kindern mit. Manchmal gibt es noch Nüsse oder Vollkornkekse, gerade jetzt in dieser Jahreszeit.

Ich stelle die Sachen einfach bereit und bediene mich selbst davon und es kommt immer häufiger vor, dass die Kinder zu Mandarinen, zu Apfelscheiben und zur Apfelschorle greifen und ihre eigenen Süßigkeiten liegen lassen.

Jeder kleine Schritt ist ein Erfolg für mich und ganz besonders froh war ich, als eine der „Süßigkeitenmütter“ ihrer Tochter plötzlich zwei große Äpfel in die Hand drückte. Einen für sie und einen für mich.

Das hat mich wirklich gefreut denn so hat es bei der Mutter eine Veränderung bewirkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>