Hungrig?

Was ist das eigentlich wenn man Hunger hat. Ja klar, man braucht Nahrung und das Gefühl dass einen dazu veranlassen soll Nahrung zu essen ist unangenehm, man ist hungrig.

Aber manchmal ist es was anderes. Man braucht keine Nahrung ist ist doch hungrig? Was braucht man dann. Vieles von den Dingen für die man kein anderes Gefühl als Hunger findet, ist im Moment schwer zu beschaffen.  Der beliebte Ersatz dafür ist kalorienreich und tut einem nicht gut.

Wenn man bedürftig ist nach was auch immer, will man sich ja eigentlich was Gutes tun. Warum stopft man sich sinnlos mit ungesunden Zeug voll? Nichts gegen eine üppige Schokoladen-Leckerei. Nur kann man die viel besser genießen wenn sie so für sich stehen darf und nicht als Ersatz für etwas anderes missbraucht wird. Ich finde dass die Schokolade für sich stehen soll und mit Freude gegessen werden soll. Es ist echte Verschwendung sie als Ersatz in sich hinein zu stopfen.

Aber was tue ich wenn ich einfach nur hungrig bin und genau weiß dass ich keine Nahrung brauche? Ich will was im Mund haben, ich will schlucken. Schlucken ist ein tröstlicher Vorgang, ich denke er kommt noch aus der Kindheit und sagt einem dass man gut versorgt ist. Gleichzeitig will ich kauen und schmecken.

Eben gerade hatte ich so einen Zustand dass ich direkt nach einer Mahlzeit hungrig war. Ich nenne es wirklich hungrig denn es fühlt sich körperlich genau wie der Hunger aus echtem Nahrungsmangel an. Ich strich durch die Küche und überlegte mir was ich denn jetzt essen will. Ja, eigentlich war es Schokolade, aber nicht aus Freude sondern als Ersatz. Nein, das hatte mir viel zu viele Kalorien und die gute Schokolade kommt mir nur mit Freude in den Mund.

Zum Glück fand ich einen trockenen Knust von meinem guten selbst gebackenen Vollkornbrot mit Sonnenblumenkernen, Leinsaat und Haferflocken angereichert. Ich nahm es mit in mein Zimmer und nagte glücklich an diesem Knust herum. Er war eine echte Herausforderung für meine Zähne, ich musste richtig nagen und immer mal wieder anders ansetzen um einen Bissen von dem Knust ab zu bekommen. Dann brauchte ich sehr lange um diesen Brocken durch zu kauen und das Kauen tat so gut. Mein Kiefer hatte zu tun, meine Kiefermuskeln wurden durch gearbeitet und ich merkte wie sie sich entspannten, sogar meine Kopfschmerzen wurden besser. Das Brot entwickelte Geschmack und ich konnte mit Genuss schlucken.

Es dauerte lange bis ich das Brot auf gegessen hatte. Ich habe meinen Kiefer trainiert, ich habe meinen Zähnen Arbeit gegeben, ich hatte den Mund voll und guten Geschmack dabei und ich konnte schlucken. Gleichzeitig wusste ich dass dieses Brot gut für mich ist, jedenfalls besser als süße fette Schokolade. Ich habe aus diesem Knust-Essen ein Ritual gemacht und fühlte mich streckenweise wie ein Pferd das genüsslich an trockenen Brot und schrumpeligen Äpfeln herumkaut. Äpfel? Ja schnell ein Apfel hinterher. Zum Glück haben wir noch leicht verschrumpelte Äpfel vom Bio-Bauern. Ich fühlte mich wie im siebten Himmel und fühlte dass ich mir was Gutes getan hatte. Diese Mahlzeit hat lange gedauert, ich fühle mich sehr zufrieden und habe mein Kalorienkonto nicht allzusehr belastet. Was will ich mehr?

Warum soll man nicht mal von Tieren lernen und warum soll das was man an Pferde verfüttert nicht auch gut für mich sein? Demnächst mache ich mir ein Haferschrot-Müsli, mal sehen was für eine Wirkung das hat.

Lauscht in euch hinein wenn der merkwürdige Hunger ohne Nahrungsmangel kommt und probiert mal ungewöhnliche Sachen aus. Es muss nicht immer Schokolade sein.

One thought on “Hungrig?

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