Frühstück im Wandel

Ich habe gerade mit großem Genuss mein Frühstück gegessen und dabei mal darüber nachgedacht wie lange das doch her ist seit dem ich, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, morgens so viel gegessen habe.

Bei meinen jahrelangen Versuchen abzunehmen bin ich irgendwie bei der Trennkost hängen geblieben die unter anderem besagt dass man vor 12 Uhr mittags nichts als Obst essen soll. Da habe ich jahrelang gemacht. Auch wenn ich dann wieder früher was anderes gegessen habe. begann ich den Tag doch immer noch mit einem Glas Saft und Obst und dann lange nichts mehr. Ich weiß nicht wie ich das durchgehalten habe, es ist eigentlich gegen meine Natur, aber ich hatte es mir so sehr angewöhnt, dass ich nicht mehr anders konnte und einfach nicht mehr in mich hinein bekommen habe.

Dazu kommt dass mein Mann einen anderen Rhythmus hat als ich, er ist eine Nachteule, und schon seit seiner Kinheit morgens nichts herunter bekam. Bei mir war das anders, als Kind hatte ich gerne gefrühstückt.

Auch als ich auf Aiqum begann, trank ich morgens nur Saft und aß erst ab Mittag so richtig. Ganz langsam  gewöhnte ich mich um weil ich lernte dass es nicht gesund ist so wenig zu frühstücken. Es ging wirklich langsam. Zuerst aß ich Joghurt mit Haferflocken, dann gewöhnte ich mir wieder meinen geliebten Kaffee am Morgen an. Wieso habe ich dieser Trennkost nur so lange geglaubt dass ich sogar auf meinen Morgenkaffee verzichtet habe??? Zum Kaffee kam dann eine dünne Scheibe Brot.

Langsam probierte ich aus was mir am besten schmeckt und was mir am besten bekommt. Ich lernte kennen wie es ist wenn ich Sport mache und zu wenig oder zu viel vorher gegessen zu haben.

Und heute früh stand ich dann fröhlich pfeifend in der Küche und habe mir mein Frühstück zubereitet. Zwei dicke Scheiben selbstgebackenes Roggen-Sauerteig-Brot. Eins mit Hefepaste, Quark, frischen Kräutern und Gurkenscheiben belegt, eins mit einer Scheibe Kochschinken UND einer Scheibe Käse belegt.

Frühstück

Das ist üppig, besonders dieses Schinken-Käse-Brot. Manchmal lege ich dann noch Tomatenscheiben oben auf, mal koche ich mir auch ein Ei.  Immer trinke ich einen Pott Kaffee dazu.

Ich liebe mein Frühstück, so beginnt der Tag gut und ich bin fit und voller Energie für die ersten Taten des Tages. Wenn ich früh zum Sport gehe habe ich Kraft und mache nicht so schnell schlapp. Im Laufe des Vormittags esse ich nur noch einen Apfel und ein Stück saftiges Obst. Mittags wird dann das nächste gegessen. Mein Nachmittagssnack besteht aus einem Mixgetränk, meist mit Sojamilch und die Hauptmahlzeit essen wir am Abend.

So geht es mir gut, ich brauche mein kräftiges Frühstück und ich brauche Ruhe zum Essen. Das Frühstück ist mir so viel wert dass ich dafür auch früher auf stehe. Wieso habe ich mich eigentlich jahrelang mit nur einem Glas Orangensaft zufrieden gegeben? Ich könnte mich im Nachhinein darüber ärgern dass ich so vielen Pseudowissenschaftlichen Lehren aufgesessen bin, immer in der Hoffnung abzunehmen.

Durch Aiqum habe ich mich auf das ganz einfache normale Essen besonnen und bin froh dass ich mich wieder an die klassischen drei Mahlzeiten plus zwei kleine Snacks gewöhnt habe. Das ist einfach einzuhalten, das passt in diese Gesellschaft, das passt in meinen Tagesablauf. Ich bin kein Exot mehr und muß nicht dauernd meine seltsamen Ernährungsgewohnheiten rechtfertigen und durchsetzen.  Das Essen ist unkompliziert und einfach geworden und nimmt nicht mehr so viel Raum in meinen Gedanken ein. Ich habe das Gefühl als hätte ich das Essen auf seinen Platz verwiesen. Es ist wichtig und es braucht ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, es ist aber nicht so dominant dass es meinen Tagesablauf bestimmt und dass ich ständig daran denken muß. Ich hätte keine Lust mehr irgendwelche Ernährungsvorschriften einzuhalten. Man ist dann ja nur noch mit seinem Essen beschäftigt die Gedanken drehen sich nur noch ums Essen. Das Essen ist dann zum Lebensinhalt geworden. Ich bin eher froh darüber wenn ich ein paar Tage ganz automatisch ganz normal esse und kaum Gedanken daran verwenden muß.

Ich genieße gutes Essen und mache mir Mühe gute Zutaten zu finden und diese schmackhaft und schonend zuzubereiten, aber das Essen ist kein Lebensinhalt mehr, keine Besessenheit mehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>