Flexible Diät Methode

Für mich waren diese drei Worte eine Zauberformel. Ich habe Diät immer mit Zwang, langen Einkaufslisten mit Dingen die ich freiwillig nie kaufen würde und die viel zu teuer sind, mit ewig langer aufwändiger Kocherei und Gerichten die ich gar nicht bis mäßig mag verbunden. Jahrelang hatte ich mir geschworen dass ich nie wieder eine Diät machen werde. Nein, klassische Diäten habe ich auch nicht mehr angesehen, aber dafür war das Zauberwort eine falsch verstandene Ernährungsumstellung. Ich habe vollwertig und tiereiweiß frei nach Dr. Bruker, vegan, sogar roh gelebt, habe gefastet und Algen geschluckt etc. Ich habe mir vor gemachrt dass ich ja keine Diät machen würde, aber im Hinterkopf hatte ich doch immer die Hoffnung dass ich abnehme wenn ich vollwertig esse, also wollte ich eigentlich doch eine Diät machen, es nur nicht so nennen.

Irgendwann ist mir dann auch klar geworden dass man mit Vollwertkost ganz wunderbar zunehmen kann, wenn man nur große Portionen isst und viel Käse und Öl verwendet. Selbst vegan kann man gut dick werden, es kommt einfach immer darauf an wie viele Kalorien man isst. Ein veganer Bratling schwimmt eben auch in Öl, wenn man das so will.

Ich musste erkennen dass mein gesamtes Essverhalten aus dem Ruder gelaufen war und dass es egal ist ob ich nun Junk-Food oder Vollwertkost esse, ich nehme einfach zu weil ich zu viel, zu fett und zu oft esse. Also habe ich die ganze Zeit versucht das Pferd von hinten aufzuzäumen. Ich musste erst mal mein Essverhalten normalisieren. Dabei habe ich mir überlegt wie es kommt dass die meisten schlanken Menschen kaum einen Gedanken an das Essen verwenden. Die meisten essen so wie sie es seit ihrer Kindheit gewohnt waren, einfach eine ganz normale Mischkost. Ich merkte dass ich bei mir ganz von Anfang an beginnen muss ein normales Essverhalten zu lernen. Ich wollte so essen lernen wie es diese Menschen von Kindheit an getan haben. Dazu wollte ich mich erst mal nicht mit dem Gedanken Vollwertkost, vegetarischer Ernährung etc belasten, ich wollte einfach die Grundlagen wieder lernen.

Das gelang mir mit Hilfe der Flexiblen Diät Methode, die das Kernstück des Aiqum-Programms ist. Ich brauchte eine einfache Grundformel nach der ich mich richten konnte und die hatte ich in der negativen Enerbiebilanz. Mit Hilfe der FDM gelang es mir dann meine Essgewohnheiten so zu überprüfen und zu modifizieren, dass sie mir eine negative Energiebilanz bringen. Durch die Tatsache dass nichts verboten ist, dass Genuss gefördert wird, dass ich keins meiner traditionellen Lieblingsgerichte aufgeben muss, sah ich die Chance diese Art der Ernährung lange Zeit durchzuhalten.

Durch die einfache Methode meine Speisen zu erfassen, den Kaloriengehalt ausrechnen zu lassen und in ein Verhältnis mit meinem Kalorienverbrauch zu setzten, habe ich ein wirkungsvolles Werkzeug gegen mein Übergewicht in der Hand. Wie bei allen Werkzeugen muss man erst etwas üben bevor die Arbeit damit leicht von der Hand geht, aber auch das war kein Problem. Wenn man am Anfang etwas Zeit darauf verwendet das Programm zu verstehen und seine Möglichkeiten zu entdecken, geht es dann später umso leichter.

Ganz wichtig ist auch dass Wissen, dass man nicht dick wird weil man einen Tag mal viel zuviel geschlemmt hat. Es ist die Summe von den Essgewohnheiten, die man über Jahre gepflegt hat, die einen dick gemacht haben. Das Abnehmen braucht Zeit, aber die 40 Kilo, die ich in zwei Jahren abgenommen habe, nehme ich nicht an einem Tag oder auch an in einer Serie von Feiertagen wieder zu. Mit Hilfe der FDM kann ich das was ich zuviel gegessen habe, im Laufe der nächsten Tage oder Wochen wieder ausgleichen. Kein Problem, man hat nicht versagt, man hat keine Diät unterbrochen oder gar abgebrochen. Dieses fließende und gelassene Umgehen mit dem Essen hat mir meinen Abnehmerfolg ermöglicht.

Je sicherer ich wurde in Bezug auf mein Essverhalten, je mehr von meinem Speck verschwand, desto leichter fiel es mir mit dieser Methode zu experimentieren. Zu Beginn habe ich noch ängstlich Light und Diät Produkte genommen, das ist nicht mehr nötig, ich bringe meinen guten vollfetten Käse gut in meinem Plan unter. Dafür esse ich wesentlich weniger fettes Fleisch. Nicht weil es die Diät so vorschreibt sondern weil ich merke dass es mir nicht mehr so gut schmeckt und mir vor allem auch nicht mehr bekommt. Und so langsam aber sicher merke ich dass die Umstellung auf Vollwertkost immer besser gelingt. Das passiert nicht weil es eine Kopfentscheidung war, sondern dass ich ohne Druck und Zwang meine Erfahrungen sammeln durfte und langsam aber sicher dahinter gekommen bin dass mir vollwertiges Essen erstens besser schmeckt und zweitens besser bekommt.

Ich bin noch voll in der Entwicklung drin, ich entdecke immer noch Neues, der Rhythmus in meinen Tagesplänen ändert sich immer wieder mal, ich bin sehr gespannt wo es hingehen wird mit mir. Mein Ziel ist es bei einer gemüsebetonten Vollwertkost zu landen und dabei möglichst viele Bio-Produkte zu verwenden.

Ich lasse mir Zeit auf dem Weg weil ich mich nur langsam verändere und aus meinen eigenen Erfahrungen am besten lernen kann.

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