Essgewohnheiten in der Kindheit und heute

Ich vergleiche oft meine heutigen Ernährungsgewohnheiten mit denen, die ich als Kind gelernt habe. Da gibt es aber extreme Unterschiede.

Gut, mein Vater hat auf einige Dinge bestanden die damals als Gesund und Modern galten. So bekamen wir zum Frühstück immer den sogenannten „braunen Brei“ zu essen, ein Haferflockenbrei in Wasser gekocht und mit Milch übergossen. Wir haben uns immer nur geschüttelt, manchmal wurde uns der Brei mit einem Löffel Marmelade oder einem Stück Schokolade das auf dem heißen Brei geschmolzen ist, versüßt aber meist war es eine Tortur den zu essen.

Lustig ist dass ich heute gerne gekochten Hirsebrei zum Frühstück esse und das richtig gerne mag.  Ich merke auch wie gut mir so ein Frühstück bekommt.

Aber das klassische Mittagessen bestand dann doch aus viel Kartoffeln oder Nudeln oder Reis, Fleisch mit Soße und etwas Gemüse. Das war nicht so gesund und sehr kalorienreich. Besser waren die Eintöpfe und Suppen und auch die Aufläufe, da gab es mehr Gemüse im Verhältnis zu den sogenannten Sättigungsbeilagen.

Aber da lauerte dann fetter Speck und fette Wurst.

Im Laufe der Zeit,  und seit ich dabei bin abzunehmen erst recht, habe ich mir das Gemüseessen so richtig angewöhnt. Gesünder und kalorienärmer geht es kaum.Heute sieht es so aus dass meine Hauptmahlzeit meist aus Gemüse besteht und das Fleisch und die Sättigungsbeilage wirklich nur Beigaben sind. Manchmal lasse ich eins von beiden weg, manchmal auch Beides und esse wirlich nur Gemüse.

Von früher her kannte man das nicht, dass Gemüse gut ist um sich daran satt zu essen. Das war eine neue Erfahrung und inzwischen genieße ich das Gemüse und möchte es nicht mehr missen.  Eher verzichte ich auf Fleisch und Kartoffeln. Genau das war früher anders, da wäre das Gemüse das erste gewesen auf das ich verzichtet hätte.

Woran liegt das? Sicher an der Zubereitungsart und auch daran dass es heutzutage täglich eine riesige Auswahl an frischen Gemüsen gibt.

Ich denke auch dass Gemüse irgendwann modern geworden ist, gerade als die sogenannte Nouvelle Cuisine modern wurde. Jetzt meine ich nicht das was Loriot „übersichtliches Essen“ genannt hat und wo auf einem riesen Teller drei Möhrchen und etwas Drumherum angerichtet sind, sondern die Art und Weise Zutaten von bester Qualität so schonend und geschmackserhaltend zuzubereiten.

In einem Kochbuch das ich Anfang der 1980ziger als Geschenk bekommen habe,  las ich über die Prinzipien der Nouvelle Cuisine. Die „Küche des Marktes“ wurde entdeckt, das tägliche Einkaufen von frischen Zutaten und deren tägliche Zubereitung. Man bekommt wirklich täglich frisches Gemüse zu kaufen und kann aus diesen wertvollen Lebensmitteln schmackhafte Essen zaubern.  Das muß eine Revolution in der Küche gewesen sein, die doch früher eher von der Voratshaltung bestimmt wurde.

Frische Zutaten so schonend und so einfach wie möglich zuzubereiten ist das Geheimnis. Die Gewürze sollen das Eigenaroma der Gemüse unterstreichen und nicht erschlagen. So kann man aus einem einfachen Sellerie, Möhren und Rosenkohlgemüse eine Delikatesse machen. Schonend gedünstet oder gedämpft schmeckt das Gemüse wunderbar und ist nicht zu vergleichen mit den immer gleich zerkochten Gemüsesorten die ich aus meiner Kindheit kenne.

Und so bekommt Gemüse langsam wirklich den Stellenwert in der Ernährung, den es verdient. Für mich heißt es schon seit langem:

HAUPTSACHE GEMÜSE!

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