Abnehmen und Ernährung
gesund Abnehmen durch richtige Ernährung – persönliche Erfahrungen

Essen ohne Stress und Frust und andere negativen Gefühle

20 Apr

Autor: Requendel - Kategorie: Abnehmen mit Genuss, Blog Requendel, Diät-Tipps

Nicht nur die Art der Nahrung und deren Zubereitung ist wichtig für die Gesundheit, sondern auch der seelische Zustand, die Gedanken und Gefühle mit denen man isst.

Deswegen ist es so wichtig nicht nebenbei und mit dem Kopf ganz woanders zu essen, sondern an einem möglichst ruhigen Platz und ohne Ablenkung. Sicher, das ist nicht immer möglich, manchmal ist man darauf angewiesen in Kantinen oder anderen öffentlichen Plätzen zu essen. Gerade da sollte man darauf achten dass man sich einen Platz wählt an dem man sich wohl fühlt und sich möglichst mit Leuten umgibt, die einem sympatisch sind.

Leider ist das nicht immer möglich und dann hilft nur ein relativ dickes Fell und das Konzentrieren auf sich selbst und die Nahrung. Mit etwas Übung funktioniert das ganz gut. Ich habe allerdings meine Problem mit Gerüchen. Wenn sich in der Bahn jemand neben mich setzt der ungewaschen stinkt, der gerade eine geraucht hat und den Qualm hinter sich her zieht, oder der gerade in Rasierwasser oder Parfüm gebadet hat, wird mir übel und nichts geht mehr. Dann packe ich lieber das Essen weg, als es mit Ekel herunter zu würgen. Aber Gespräche stören mich nicht mehr, mögen sie auch noch so provokativ sein. Manche Menschen halten es ja immer noch für toll, das Essen von ihren Mitmenschen zu kommentieren, ganz besonders wenn diese Mitmenschen nicht den Idealmaßen entsprechen. Damit kann ich jetzt umgehen, das war früher auch anders.

Wichtig ist auch sich von der Tätigkeit zu lösen, die gerade aktuell war, und ganz und gar auf Essen und auf Ruhe um zu schalten. Also wenn man in einem hektischen Büro sitzt, wenn das Telefon dauernd klingelt oder die Kollegen was von einem wollen, dann ist es nicht möglich am Schreibtisch zu essen, dann wäre es besser sich draußen einen relativ ruhigen Ort zu suchen. Hat man ein eigenes Büro, dann kann man das Telefon ausschalten und das Essen ist kein Problem, falls man wirklich die Arbeit ruhen lassen kann, auch gedanklich.

Genauso fatal sind Essen im Bekanntenkreis, in dem gerne und häufig heiß diskutiert wird. Werden da Themen angeschnitten die die Gemüter in Wallung bringen, ist es auch vorbei mit der Ruhe zum Essen. Deswegen ist es so wichtig sich die Menschen auszusuchen, mit denen man zusammen isst. Gehe ich mit Bekannten essen oder bin ich bei diskutierfreudigen Leuten zu Besuch, esse ich meist nur eine Kleinigkeit der Geselligkeit wegen. Würde ich mir den Teller voll laden würde ich das Essen in mich hinein schaufeln, kaum was schmecken und meist viel zu viel essen.

Ich habe beim Essen am liebsten meine Ruhe. Gespräche gerne, aber lieber über harmlose und schöne Dinge, am liebsten übers Essen oder die Tischdeko selbst. Das war als Kind bei mir schon ausgeprägt und ich glaube da liegt auch eine der Wurzeln für mein Übergewicht. Diese Ruhe gab es zuhause nicht. Das gemeinsame Essen war immer mit Stress verbunden, mit Benimm-Regeln, mit Strafen, mit Abfragen von Hausaufgaben, mit Rechenaufgaben, mit fiesen Witzen etc. Ich schluckte also mit jedem Bissen ein wenig Stress hinunter. Gleichzeitig bedeutete das Essen Schutz vor den Fragen. Ein voller Mund redet nicht, also sorgte ich permanent für einen vollen Mund. Das Essen war aber ein reines Zweck-Essen und hatte mit Genuss nichts zu tun. Den Genuss holte ich mir dann hinterher beim Resteessen aus den Töpfen, beim Plündern des Kühlschranks oder durch Süßigkeiten.

Die schlimmsten Erinnerungen an meine Zeit im Internat ist die Hackordnung und die Kämpfe, die sich besonders beim Essen zeigten. Gerade beim Essen mußte man auf der Hut sein, sonst schnappte einem jemand die Portion weg, oder tat einem irgendwas Ekliges auf den Teller oder beleidigte einen etc. Die Möglichkeiten waren ungegrenzt. Manchmal wurde einem auch der Stuhl unter dem Hintern weg gezogen. Die Erzieher oder „Jungendhelfer“ wie sie dort hießen, taten nichts, sie fanden das in Ordnung, da mußte jeder durch.

Hier griff das Gleiche. Die Stimmung bei den Mahlzeiten war unerträglich, ich habe gestopft so gut ich konnte und habe dann heimlich und in Ruhe und vor allem alleine, meine Süßigkeiten gegessen.

Das Komische war dass sich dieses Nachessen verselbständigt hat. Auch wenn die reguläre Mahlzeit schön war, wenn die Stimmung liebevoll und lustig war, wenn ich Ruhe hatte und alles gut war, mußte ich hinterher noch die Töpfe leer essen oder kurz nach dem Essen noch ein paar Süßigkeiten ganz für mich alleine essen. Ich wußte selbst nicht mehr warum und deswegen konnte ich auch keinem erklären was das ist. Alle fragten mich ob ich denn noch Hunger hätte, ich war hilflos und meine Freunde auch. Sie wollten wirklich verstehen, aber wie sollten sie das. Ich habe das ja auch erst langsam, Stück für Stück verstanden.

Irgendwann habe ich völlig den Sinn für das Essen und für den Genuß verloren. Sicher, ich habe gerne gegessen aber es waren auch immer noch die negativen Gedanken und Erinnerungen dabei.

Im Verhaltensseminar, durch die Tipps bei Aiqum, und durch die liebevolle und geduldige Begleitung durch die Aiqum Mitarbeiter und der anderen Mitglieder, habe ich gelernt den Hunger zu spüren und ihn mit Genuß zu stillen.

Noch immer esse ich am liebsten alleine in meinem Zimmer in meinem Sessel, oder mit meinem Mann oder engen Freunden zusammen. Aber das ist eben so bei mir und es ist ganz in Ordnung. Diese Mahlzeigen genieße ich und dabei esse ich selten über den Hunger weil ich mir Zeit dabei lasse. Und bei Bekannten begnüge ich mich oft mit einem kleinen Salat, aber ich sage auch warum. Die die das noch nicht kennen halten mich dann eben für zickig oder komisch oder sonstwie, das ist mir egal. Ich weiß inzwischen was mir gut tut und mir ist das egal ob es für andere wie eine Macke aussieht.

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Kommentare

Sie finden hier 1 Kommentar zu “Essen ohne Stress und Frust und andere negativen Gefühle”

  1. Re: So soll es sein: Der Mann hat recht - Bill Gates: Essen und Alphabetisierung w… « Essen Infos meinte am 22. April 2008 - 05:09 Uhr

    […] kann ich nur zustimmen. Es zeugt von wenig Achtung vor dem > anderen > wenn man sich in dieser Form artikuliert. > Fakt ist, daß Bill Gates die wohl größte Private Stiftung (17Mrd$) > […]

    ID 62

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