Essen ist der Nacht macht nicht zwangsläufig dick

Ich weiß noch genau wie man uns früher immer sagte dass das Essen das man nach dem Abendessen zu sich nimmt, besonders ansetzen würde. Regeln wie: „Frühstück wie ein Kaiser, Mittag wie ein König, Abend wie ein Bettelmann“ stehen für sich und mit diesen Regeln bin ich aufgewachsen.

Dabei hatte gerade das abendliche und nächtliche Essen für mich einen besonderen Reiz. Der Tag war zuende, ich hatte Zeit nur für mich und konnte mich den Dingen widmen die mir Spaß machen. Oder ich war unterwegs und bekam so gegen 1 Uhr Nachts noch mal Hunger von der Tanzerei oder was wir auch immer gemacht hatten. Ich esse am liebsten ganz in Ruhe und diese Ruhe habe ich hauptsächlich am Abend und selten zu den gemeinsamen Mahlzeiten.

Jahrelang habe ich mich dazu gezwungen nach dem Abendessen eben nichts mehr zu essen, was oft genug die Folge hatte dass ich noch mal aufgestanden bin und den Kühlschrank geplündert habe.

Ich kann mich noch gut an abendliche Kämpfe erinnern die ich mit mir ausgefochten habe, die waren ganz oft einfach vergeblich.

Die auch von Ärzten und Erziehern vertretene Meinung war dass sich jeder an drei Mahlzeiten gewöhnen soll, mehr wäre schädlich. Auch heute lese ich noch bei bestimmten Ernährungsprogrammen, dass man nur drei Mahlzeiten essen darf. Das wiederspricht aber den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die 5 Mahlzeiten pro Tag für ideal hält.

Das Essen war für mich immer mit Regeln und Verboten und Kämpfen gegen mein Hungergefühl verbunden. Wenn dann noch Vorschriften dazu kamen, wie am Abend keine Kohlenhydrate zu essen, wurde ich völlig ungeduldig und genervt.

Was für eine Erleichterung war es doch, dass ich  ein Programm gefunden habe das sich auf eine einfache Formel, die Energiebilanz, beschränkt hat. Plötzlich bekam ich alle Freiheit wieder, zu essen was und vor allem wann ich wollte. Ich mußte nur zusehen dass ich in der negativen Energiebilanz blieb und alles war in Ordnung.

Ich kann mich noch gut an mein erstes nächtliches Mahl erinnern, das ich mir erlaubte. Was für ein Fest war das doch! Mein Mann und ich waren bei einem Konzert im Jazz-Club und so gegen 1 Uhr früh wieder daheim. Wir waren noch aufgedreht, voll mit guter Musik und hatten einfach Hunger. Also haben wir den Kühlschrank geplündert. Ich habe wie nebenbei noch meine Küchenwaage und einen Zettel mit Stift neben meinen Teller gestellt und es konnte los gehen. Was genau ich gegessen habe, weiß ich nicht mehr genau. Ich denke es war Knäckebrot und Kochschinken oder Hähnchenbrust die vom Mittag übrig war und Thunfisch, dazu eingelegte Gurken oder Rote Bete oder so etwas Ähnliches. Es war noch früh im Jahr, in der Saure Gurken Zeit, das weiß ich noch.

Dazu gab es noch eine Glas mit gutem Sekt, wie sich das für ein nächtliches Festmahl gehört.

Ich habe einfach alles abgewogen und aufgeschrieben was ich gegessen habe und dabei gesehen, dass das noch gut in die Energiebilanz passte, dass das also kein Problem war.

Oh wie gut kann ich mich noch an den Genuss erinnern, diese Befreiung endlich mal ohne ein schlechtes Gewissen zu haben in der Nacht  zu essen. Es war herrlich. Ich habe langsam und sehr bewußt gegessen und einfach die Freiheit genossen.

Das war ein wichtiger Schritt in Richtung eigenverantwortliches und befreites Essen. Ich wußte nun worauf es ankommt wenn man abnehmen will und brauchte keine weiteren Regeln mehr. Niemand braucht mir Mahlzeiten vorzuschreiben und erst recht keine Uhrzeiten vorzuschreiben. Ich mache mir meine Pläne selbst so wie sie in mein Leben passen und so wie ich sie mag. Dabei ist auch noch Platz für die eine oder andere nächtliche Mahlzeit.

Wenn ich spät am Abend noch am PC sitze, knabbere ich oft noch an einer Scheibe Brot mit fettarmen Kräuterquark bestrichen und esse dazu Rohkost. Diese kleine Mahlzeit am Abend genieße ich immer sehr.

Wenn einem noch eine kräftige Mahlzeit spät abends bekommt, dann darf man sich die ruhig gönnen. Ob man gut schlafen kann oder ob man sich zu voll dazu fühlt wird man schnell merken und die Mahlzeit entsprechend anpassen.

Also um abzunehmen geht es einzig und allein um die Energiebilanz und die setzt sich aus Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch zusammen. Die Uhrzeit ist für die Energiebilanz unerheblich.

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