Diät und Berufstätigkeit oder sonstige Zeitprobleme

Immer wieder lese ich in Foren dass es Menschen schwer fällt Diät zu leben bei voller Berufstätigkeit, mit kleinen Kindern im Haushalt oder sonstigen Beschäftigungen. Immer wieder höre ich die Frage wie das denn gehen soll mit dem Mittagessen im Büro ohne Küche und nur knapper Pause. Ganz oft lesen sie sich den Plan durch, erschrecken bei der Vorstellung so viel Kochen zu müssen und fangen erst gar nicht ernsthaft damit an sich auf eine Diät einzulassen. Immer höre ich das Wort „Keine Zeit“.

Am Anfang scheinen sich da wirklich ein paar Dinge zu widersprechen. Einerseits ist es wichtig regelmäßig und ausreichend zu essen, es ist auch wichtig möglichst frische Zutaten zu essen und nicht von Fertigprodukten zu leben, und andererseits ist da die Schwierigkeit dass man nicht zu hause ist, dass man zu müde ist und einfach keine Energie mehr zum Kochen hat, oder dass es einem schwer fällt die Pause bei der Arbeit wirklich einzuhalten.

Vielleicht hilft es sich ein paar Sachen klar zu machen, bevor man mit dem Abnehmen loslegt.

1. Warum will man abnehmen? Reicht der Grund um die nötige Motivation zu halten?

2. Ist einem klar dass man nur abnehmen kann wenn man bereit ist seine Lebensweise zu überdenken und zu verändern? Das bedeutet ist man bereit etwas Zeit und Arbeit auf das Projekt Abnehmen zu verwenden oder will man lieber irgendwelchen Versprechungen glauben die einem erzählen dass man ohne Anstrengung abnehmen kann…ja, eigentlich ist jedem klar dass dabei einzig und alleine die Geldbörse abnehmen wird.

3. Ist man bereit das Kind beim Namen zu nennen? Man will abnehmen, das heißt sein Fett reduzieren und wahrscheinlich auch Muskeln aufbauen. Es geht um Fett und um Kalorien, es geht um Krafttraining und Audauertraining. Es geht um Regelmäßigkeit, um innere Schweinehunde. Man muss auf die eine oder andere Weise seine Kalorienaufnahme und seinen Kalorienverbrauch in Relation setzten.

4. Ist man bereit Zeit zu investieren? Man muss sich auch einige Gedanken dazu machen. Von selbst geht nichts. Hilfsmittel sind Lebensmittelwaagen und Kalorientabellen oder Programme wie Aiqum, die die Rechnerei übernehmen. Aber die Eingaben muss man trotzdem machen. Man muss sich die Zeit nehmen über die bisherige Lebensweise nachzudenken um die Punkte herauszufinden, die man ändern muss um abzunehmen. Man muss sich ansehen wie man gelebt hat ohne das zu beschönigen und ohne sich selbst dafür zu verurteilen. Der Wendepunkt ist erreicht. Man will ja abnehmen.

5. Lässt man Veränderungen zu? Einige Dinge sind erst sehr neu und ungewohnt. Für viele ist es nicht selbstverständlich regelmäßig zu essen und sich zum Essen Zeit zu nehmen. Sie schlingen schnell am Schreibtisch etwas herunter, ohne genau darauf zu achten was es ist. Hauptsache es macht satt, ist schnell zur Hand und schmeckt einigermaßen. Ist man bereit für Veränderungen? Denn ohne die geht es nicht.

6. Ist man bereit sich Zeit für sich zu nehmen? Dazu gehört es auch sich Zeit zum Essen zu nehmen. Auch im Büro, auch während der Berufstätigkeit. Man hat das Recht auf Pausen aber oft ist es nicht leicht dieses Recht wahrzunehmen. Wenn niemand von den Kollegen Pause macht sondern alle, am Bildschirm sitzend, eben ein Brot herunter schlingen, ist es bestimmt nicht leicht sich an einen anderen Tisch zu setzen um in Ruhe zu essen. Aber es tut gut wenn man beginnt sich das Recht zu nehmen, es sich selbst wert zu sein für sich zu sorgen.

Das Schöne am Aiqum Programm ist, dass einem Vorschläge gemacht werden, aber jeder die Möglichkeit hat das Programm seinen Bedürfnissen anzupassen. Wie gesagt, es braucht erst einige Zeit für die Eingaben, aber dafür hat dann auch jeder seine individuelle Art abzunehmen. Mal schnell mit nicht mehr als 1200 Kalorien, mal langsamer und gemütlicher an der oberen Kaloriengrenze. Vorschriften hätte ich nicht ertragen, nach dem Motto: „Um 11 Uhr gibt es dann eine halbe Banane und einen Apfel“ Was wenn ich keine Bananen mag? Was wenn ich um 11 Uhr keine Pause habe? Dann esse ich eben um 12 Uhr eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse, dazu zwei Tomaten und trage genau das was ich gegessen habe in den Plan ein. Ich habe keine Lust im Büro was Warmes zu essen und die Kantine passt mir auch nicht? Gut dann nehme ich eben zwei Snacks als Mittagessen anstelle einer kompletten gekochten Mahlzeit. Das Kantinenessen schmeckt mir und ich esse gerne mit Kollegen zusammen? Dann muss ich eben genauer auswählen was ich esse und ein paar Sachen beachten. Solange die Kalorienzahl stimmt ist alles in Butter. Gekocht wird dann am Abend, wenn die Familie zusammen ist.

Morgen ist eine Großdemo angesagt in Berlin? Ich bin den ganzen Tag unterwegs und auf den Beinen? Es geht früh mit dem Bus los und man kommt spät wieder? Ich planen eine Wandertour oder einen Tagesausflug? Nein, auch das ist kein Grund das Abnehmen aufzugeben. Müsliriegel, Äpfel, Bananen, Brote und Wasser haben im Rucksack Platz. Ja gut, auch ein Hamburger ist mal drin, wenn man ihn hinterher mit in seinen Ernährungsplan eingibt.

Wunderbar zum Mitnehmen ins Büro oder auf eine Demo sind Getreidefrikadellen, Trockenfrüchte, Nüsse, belegte Brote und Obst und Gemüse. Ich schneide mir das Gemüse vorher mundgerecht zu, so dass ich es selbst im Gehen essen kann. Besser ist es allerdings sich Zeit zu nehmen zum Essen.

Fürs Büro eignen sich auch schnelle Reisgerichte, die man kalt oder warm essen kann. Milchreis oder pikanten Reis als Salat mit frischem Gemüse zubereitet. Mit etwas Überlegung und Phantasie findet sicher jeder seine Mitnehmmahlzeiten heraus.

Um die Zubereitung zu erleichtern, nicht alle haben Lust sich morgens in die Küche zu stellen und zu schnippeln und Brote zu schmieren, kann man mit einer geschickten Vorratshaltung arbeiten. Ich kenne eine Frau die ihre Brote am Sonntag für die ganze Woche schmiert, einwickelt und ins Tiefkühlfach legt. Jeden Morgen nimmt sie ein Brot heraus und lässt es in der Tasche auftauen. Es ist dann essbereit wenn sie Pause hat. Sie ist ein Morgenmuffel und immer auf dem letzen Drücker, so dass die Vorstellung noch zusätzliche Arbeit zu haben ein Horror ist für sie.

Das ist ein extremes Beispiel, aber so ähnlich kann man es mit vielen Dingen halten. Man kann sich zum Beispiel Reis für ein paar Tage vorkochen und dann täglich eine Portion davon mitnehmen. Das Ganze dann mit verschiedenen Gemüsen oder Gewürzen angereichert ergibt leckere kleine und schnelle Mahlzeiten.

Also noch mal zusammenfassend:

Das Abnehmen ist eine Ernährungsumstellung und Änderung von vielen Gewohnheiten im Tagesablauf. Es geht nicht von selbst, es sei denn man hat einen persönlichen Koch und Ernährungsberater, die einem die Mahlzeiten auf den Teller legen. Wer das nicht hat muss das schon selbst tun und dazu gehört einiges an Gedankenarbeit und Konsequenz und vor allem die Bereitschaft sein Verhalten zu ändern. Das bedeutet nicht dass man sich starr an vorgegebene Pläne halten muss, man kann sich seine eigenen Pläne machen aber wie gesagt, das braucht etwas Arbeit und die Bereitschaft sich selbst und seine Gewohnheiten zu analysieren. Dabei hilft zum Beispiel das Verhaltensseminar.

Abnehmen ist eigentlich nicht schwer, aber es geht auch nicht von alleine.

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