Diät durchhalten – Tipps aus der Praxis 2

Immer wieder lese ich von den Problemen, die abnehmende Menschen mit ihren Mitmenschen und ihren Familien haben. Da das Abnehmen ja mit Veränderungen verbunden ist, kommt der Widerstand oft von außen.

Die Freunde beklagen sich weil sie beim traditionellen Sonntags-Brunch plötzlich so wenig essen und auf kalorienarme Zutaten bestehen. Findet die Brunch dann bei ihnen statt gibt es plötzlich nur noch so ein mageres Zeug (obwohl sie sehr wohl für leckere Schlemmereien gesorgt haben). Die Familie beklagt sich dass die Mahlzeiten plötzlich so ungemütlich sind weil sie was anderes essen oder weil es die Lieblingsessen plötzlich nicht mehr oder nur noch verändert gibt. Die beste Freundin ist beleidigt weil sie sich nicht über die riesen Schachtel Pralinen freuen, die sie ihnen geschenkt hat und die Eltern erzählen immer wieder dass wahre Schönheit von innen kommen würde und dass doch extra das Lieblingsessen gekocht wurde.

Blickt man da mal hinter, entdeckt man dass es immer darum geht dass die anderen die Veränderung beklagen, die sie an ihnen wahrnehmen.  Ganz automatisch wirkt sich das auf die Umgebung aus und jeder kann es merken. Aber die meisten wollen sich nicht verändern, sie sind ganz zufrieden so wie es läuft und mit den Rollen die sie einnehmen. Vor allem brauchen sie sie anscheinend in ihrer Rolle als dicker Mensch.

Wenn sie nun aus ihre von anderen zugewiesenen Rolle als „der Dicke der Familie“ ausbrechen, gerät das gesamte fein vernetzte Gefüge durcheinander und alle müssen erst mal wieder ihre eigene Rolle neu definieren und sich innerlich bewegen. Häufig wird dann festgestellt, dass sich andere darauf verlassen haben dass sie ja die dicke Rolle einnehmen und immer als Negativbeispiel dastehen wenn es um Klamotten oder Gesundheit geht. Mit ihnen zusammen haben sich die anderen immer besser gefühlt, oder nicht ganz so dick und ungesund gefühlt. Das fehlt jetzt. Sie ändern etwas an ihrem Verhalten und sorgen dafür dass es ihnen besser geht. Die anderen tun das nicht und haben ein schlechtes Gewissen für das sie ihnen die Schuld geben. Sie halten ihnen den inneren Spiegel vor. Tja, aber das ist wirklich nicht ihr Problem.

Es kann gut sein dass sie deswegen regelrecht angefeindet werden. Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Wer hält zu ihnen und wer versucht permanent ihre Diät zu boykottieren? Vielleicht ist es an der Zeit auch mal über Beziehungen gleich welcher Art nachzudenken. Wer tut ihnen gut und wer saugt sie aus? Wer beschimpft sie plötzlich als Egoist nur weil sie etwas für sich selbst tun? Wem werden sie unheimlich und wer macht ihnen zum Vorwurf dass sie sich so zum Nachteil verändert haben? Wer weist sie plötzlich immer vehementer auf ihr angebliches Doppelkinn hin das angeblich plötzlich immer stärker wird? Wer droht ihnen sie zu verlassen weil sie plötzlich nur noch an sich denken?

Bitte erlauben sie sich etwas für sich zu tun

Sie haben ein Recht auf Zeit für sich, sie sind es wert dass sie sich auch einmal für sich selbst anstrengen und sich um sich selbst kümmern. Die ganze Familie hat Ansprüche an sie, der Beruf fordert sie extrem. Wo bleiben sie? Nehmen sie sich die Zeit. Fordern sie sie für sich. Vehement und unmissverständlich. Bitten sie nicht darum sondern klagen sie ihre Zeit für sich selbst ein. Sie haben ein Recht darauf. Halten sie sich selbst davon ab mit dem Abnehmen zu beginnen? Geben sie sich selbst die Erlaubnis etwas für sich zu tun, schicken sie sich selbst in die Kur. Sicher, es braucht Zeit seine Ernährung um zu stellen. Als erstes braucht man das theoretische Wissen und dann kommt der Prozess dieses Wissen im Alltag umzusetzen. Man muss ich plötzlich viele Gedanken um das Essen machen, etwas was jahrelang ganz von alleine und sehr routiniert funktionierte.

Das Abnehmen mit Aiqum braucht zu Beginn etwas Zeit damit man sich mit den Möglichkeiten vertraut macht, die es bietet. Aber dann sind die täglichen Einträge eine Minutensache.

Aber wie geht das mit dem veränderten Essen? Meckert die Familie? Essen sie in der Mensa?

Reden sie mit ihrer Familie und ihren Freunden.

Reden sie darüber wie sehr sie ihr Gewicht belastet und dass sie jetzt etwas dagegen tun wollen. Machen sie ihrer Familie klar dass sich jetzt das eine oder andere ändern wird, dass aber niemand dazu gezwungen sein wird mit Diät zu essen. Setzten sie sich mit ihrer Familie zusammen und machen einen Plan. Aber bleiben sie konsequent und machen klar dass der Entschluss steht. Regen sie an dass jetzt einfach mal andere Rezepte ausprobiert werden, wie aus einem neuen Kochbuch. In der Aiqum-Rezeptdatenbank zum Beispiel sind die Rezepte für Familien geeignet. Man kann sie problemlos an die Personenzahl anpassen. Wer weiß? Vielleicht ist dieser frische Wind in alten Kochgewohnheiten genau das Richtige für ihre Familie.

Sind die Kinder älter? Halten sie sich dazu an mit zu kochen. Machen sie mit ihrer ganzen Familie einen Kochtag an dem jeder eine Zutat für ein Familiengelage kocht. Da ist dann für jeden etwas dabei. Produzieren sie für das Essen leckere kalorienarme Kleinigkeiten und sie werden sehen dass der Familie langsam klar wird dass kalorienarm nicht gleich geschmacklos ist.

Besteht der Partner auf seinen Schweinebraten und seine kalorienreichen Schlemmereien? Dann machen sie ihm noch einmal klar wie wichtig für sie das Abnehmen ist und dass sie die Diät machen werden. Vielleicht helfen Kompromisse dass sie ab und zu sein Lieblingsessen kochen aber nichts oder nur wenig davon essen, sondern für sich selbst was anderes kochen. Dafür lässt sich ihr Partner für den Rest der Zeit auf ihre neuen Kochgewohnheiten ein? Und überhaupt sind ab und zu ja die Schlemmertage erlaubt. Wenn sie wollen genießen sie auch ihren Anteil am Schweinebraten.

Wie sieht die Aufgabenverteilung in ihrer Familie aus? Übernimmt ihr Partner einen Anteil an der Kocharbeit?

Manchmal gelingt es nach und nach das gewohnte Essen so umzuwandeln dass es nicht mehr ganz so kalorienreich ist, manchmal ist es einfacher zwei verschiedene Mahlzeiten auf den Tisch zu bringen.

Mit meinem Mann halte ich das so dass ich in der Regel für uns beide koche (etwa koche ich zu 75 Prozent und er zu 25 Prozent), aber von vornherein kalorienarm. Wenn er kocht hält er sich auch dran. Wenn er es dann noch mit Butter oder Speck oder mehr Käse anreichern will dann soll er das auf seinem Teller tun. Eintopf zum Beispiel koche ich erst zusammen in einem großen Topf, fülle dann seine Portion in einen kleineren Topf und da kann er dann fette Wurst oder Speck mitkochen lassen wie er will.

Das geht ganz gut so. Und ab und zu ein neues Rezept aus den Aiqum-Rezepten findet auch mal Platz dazwischen. Es ist ja das Schöne dass man wählen kann ob man nun genau den Plan verfolgt den man bei Aiqum bekommt, ob man ihn teilweise oder ob man ihn ganz austauscht. So findet sich sicher für jede Familie ein möglicher Kompromiss.

Meistens wird es dann ja für alle leichter, wenn sie sehen wie glücklich sie sind mit den abgenommenen Kilos und wie sich ihre gute Laune wieder auf die Familie auswirkt.

Gibt es allerdings permanente Nörgler, ist es an der Zeit sich darüber Gedanken zu machen ob vielleicht noch einen anderen Grund gibt ihnen das Diät-Leben schwer zu machen. Neid, Verlustangst und ähnliche Gefühle können dahinter stecken. Da helfen nur behutsame Gespräche. Machen sie beispielsweise ihren Kindern klar dass sie ganz und gar Mutter bleiben und die Kinder immer noch genauso lieb haben wie vorher, machen sie ihrem Partner klar dass sie um ihrer selbst willen abnehmen und nicht weil sie auf die Suche nach neuen Partnern gehen in ihrem.

Bleiben sie konsequent bei ihrem neuen Verhalten und ihre Umgebung wird sich damit abfinden müssen dass sie sich zu ihren Gunsten verändern.

Aus eigenen Erfahrung kann ich sagen dass selbst der hartnäckigste Zweifler und Nörgler irgendwann zugibt dass sie sich zu ihrem Vorteil verändert haben und bei mir mussten sie sich mit einer inzwischen 42 Kilo schweren, beziehungsweise weniger schweren, Veränderung abfinden.

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