Wunschgewicht erreichen trotz des inneren Schweinehundes

Abnehmen ist gar nicht so schwer. Sollte Mensch meinen. Die meisten von uns wissen ja auch recht gut wie es geht. Weniger Kalorien zu sich nehmen, als mensch verbraucht, und die Kilos schmelzen. Jede/r der/die schon einmal eine Diät gemacht hat weiß worauf es ankommt. Wie am besten fettarm kochen, wie viel Obst, wie viel Gemüse, wie viel kleine Sünden in den Tagesbedarf gehen. Das ist nicht das Ding. Jede/r Übergewichtig/r ist eigentlich ein Ernährungsexperte. Nie wieder haben so viele Diätbücher in meinem Regal gestanden als zu meiner dicksten Zeit. Die wurden schon nicht mehr gezählt, sondern komplett nach der Meterzahl abgerechnet die sie im Regal einnahmen. Warum also ist eine so einfache Sache doch so schwer? Ich verrate es euch: In uns drinnen sitzt so ein fieses, kleines Monster, dass nur einen Job hat. Unsere Entschlüsse und unsere guten Vorsätze zu boykottieren. Kennen wir alle.

Gerade jetzt zum Jahreswechsel, nach den heiligen Konsum- und Fresstagen ist es wieder so weit. Uns drücken die Pfunde und das schlechte Gewissen und wir wollen abnehmen. Motiviert durchstöbern wir das Internet, entsprechende Zeitschriften, Bücher und reden mit unseren FreundInnen, die das gleiche Problem haben. Wir sind uns klar: Im neuen Jahr wird alles anders und besser, und überhaupt diesmal schaffen wir. Bis zum Sommer passen wir in den Traumbikini, zumindest aber in den Einteiler der uns immer ein wenig zu eng war. Also geht es los. Der Kühlschrank strotzt vor gesunden, fettarmen Lebensmitteln. Wir haben einen Plan aufgestellt und sind auch schon laufen, schwimmen oder radfahren gewesen. Alles klappt wunderbar und dann passiert es. Plötzlich aus heiterem Himmel meldet sich der innere Schweinehund, der Teil von uns, der meint wir haben es einfach nicht verdient schlanker und gesünder zu sein. Wie gehen wir nun damit um?

Vielleicht gucken wir uns mal eine Situationen an in der dieses Monster zuschlagen könnte:

Wir treffen eine alte Freundin und das erste was sie sagt ist: Mensch siehst du gut aus. Ist doch toll, dass es jetzt auch so viele modische Sachen in großen Größen gibt. Ist ja sonst nicht einfach für Leute die von Haus aus ein wenig fülliger sind.

Das ist der Punkt wo ihr innerer Schweinehund sagt: „Du hast dich nun eine Woche geplagt. Das bringt doch alles nichts. Du bist nun mal übergewichtig. Können nicht alle schlank sein, also warum gehst du nicht da drüben in die Bäckerei und isst ein schönes Stück Torte?

Bevor sie nun losstürmen und sich die Schwarzwälderkirsch reindrücken, sollten sie erst einmal tief durchatmen und überlegen, was da gerade abgelaufen ist. Überlegen sie mal genau, was ihre Freundin eigentlich gesagt hat, nämlich: Ohne das dir einer eine coole Tapete überhängt könntest du dich nicht einmal sehen lassen. Dann sollten sie sich fragen: Warum macht sie mich runter. Schließlich ist sie doch meine Freundin. Wenn sie denn noch auf frühere Gespräche mit dieser Person gucken, werden sie merken, dass es mehr oder weniger immer so gelaufen ist. Wenn es ihnen gut ging, schmiss diese Tante ihnen einen Knüppel zwischen die Beine und ließ sie dann stehen, oder besser gesagt mit einem Hunger nach Süßem sitzen. Es ist nun wichtig zu hinterfragen: Wieso klappt das bei mir? Wieso findet sie so einen Trigger? Hinterfragen sie und vor allem hinterfragen si, ob sie ihr Leben von so einer Schnepfe und ihrem inneren Schweinehund bestimmen lassen wollen.

Ich weiß das es nicht einfach ist. Immer wieder gibt es Situationen in denen wir uns unzulänglich fühlen, und in denen wir uns einsam und ungeliebt vorkommen. Manchmal ist da das Gefühl es alles nicht zu schaffen und dann verlangt unser innerer Schweinehund nach den alten, kalorienreichen Tröstern. Aber es lohnt sich, seine Gier nicht gleich zu bedienen, sondern zu hinterfragen und diesem Monster dann sagen: Nein, ich möchte das sicher einmal essen, aber nicht aus Frust sondern weil ich es genießen will. Und wann das sein wird bestimme ich.

Einer der effektivsten Möglichkeiten dem inneren Schweinehund ein Bein zu stellen ist, Genuss bewusst einzuplanen und in Momenten in denen es ihnen gut geht zu sehen, was kann denn außer einer Kalorienbombe für mich eine Belohnung sein? Bei mir ist es in der zur Zeit frische Ananas. Die ist einfach köstlich, und hat wenig Kalorien. Oder eine schöne Mango. Manchmal ist es auch ein leckerer Tee in meiner Lieblings Teestube. Ich denke jeder hat auch Dinge gerne die nicht unbedingt zu 70 % Aus Fett und Zucker bestehen. Es ist ein Prozess, eine Übererziehung. Wenn ich an meine Kindheit denke, dann gab es immer Schokolade, oder andere Naschies als Belohnung. Darum finde ich es ja so wichtig diesen Fehler bei den Kindern zu vermeiden. Auch wenn es anstrengend ist und wenn sie manchmal das Gefühl haben sie schwimmen gegen einen Strom von Marshmellows auf die gesunde Ananas zu. Aber dieses Belohnungsgefühl aus der Kindheit ist das was ihren inneren Schweinehund die Macht gibt, und dieses Muster gilt es zu durchbrechen.

Was mir hier besonders hilft ist der Austausch mit ebenfalls Betroffenen. Die habe ich bei AIQUM getroffen. Es gibt einen regen Austausch im Forum. Da wird mensch virutell in den Arm genommen wenn es einmal gar nicht klappt, es wird gemeinsam gelacht und es werden Strategien ausgetauscht, wie dieser innere Schweinehund von Kalorienbomben auf Vitaminbomben umgestellt wird. Dieser Austausch ist wichtig. Da ist nämlich das Gefühl alleine einen großen Berg Fett abarbeiten zu müssen schon einmal weg und das ist ein guter Ausgangspunkt.

KA-Rit

About Karin

Ich bin 50 Jahre alt, verheiratet, Beruf: Hexe und Künstlerin was beides zusammengehört. Seit Februar 07 bin ich bei AIQUM um mein Übergewicht endgültig weg zu kriegen und habe in dieser Zeit 16 kg abgenommen, so um und bei. :-)
PS: Nach einem Jahr Pause bin ich wieder voll in das Programm eingestiegen seit dem 13.11.2009

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