Abnehmen in den Wechseljahren

Renate, die gestern die Erkenntnis traf, dass sie sich nun in den Wechseljahren befindet, hat mich auf die Idee gebracht zu diesem Thema zu schreiben.  Da sie jetzt in Sachen Menopause ihr Noviziat beginnt, avanciere ich zur alten Häsin. Auch ein schönes Gefühl.

Ich glaube es gibt kaum ein Thema der Weiblichkeit, außer der Menstruation, über das soviel Blödsinn verbreitet wird. Nicht zuletzt von medizinischer Seite. In diesem Thema bekleckert sich die Schulmedizin wahrlich nicht mit Ruhm.

Erst einmal eine kurze Einleitung zum Thema. Die Wechseljahre, oder besser die Menopause teilt sich in drei Stufen. Die erste Phase ist die Premenopause. Es kommt zu Hormonveränderungen die sich in einem verstärkten Bartwuchs und Veränderungen in der Menstruation zeigen. Die Regel bleibt schon mal aus. Von der Menopause wird erst gesprochen wenn die Mestruation definitiv 12 Monate ausgesetzt hat. Dann gibt es noch so ab 60 die Postmenopause und wird es ruhiger. Das war ein Witz. Es ist also definitiv nicht so: Regel bleibt aus, nächsten Tag Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit und verringerte Feuchtigkeit im vaginal Bereich, gepaart mit der Erkenntnis: Nu bin ich alt! Die Medizin und besonders die Pharmaindustrie erzählen uns Frauen gerne, wie schwer wir es in dieser Zeit haben und das wir nicht verzweifeln sollen, denn es gibt ja für alles eine pharmazeutische Lösung. Östrogene damit wir frisch aussehe und keine Hitzewallungen haben. Psychopharmaka damit wir ja keinen mit schlechter Laune nerven und natürlich gibt es Luststeigerer, damit unser Eheleben frisch bleibt. Ehrlich gesagt sind alle diese Sachen, meiner persönlichen Meinung nach, so unnötig wie ein Kropf.

Sicher gibt es depressive Phasen in dieser Zeit, was Wunder es ist eine Zeit des Abschieds von unserer reproduktiven Phase, aber da helfen auch Naturheilmittel wie Johanniskraut und es muss nicht die chemische Keule sein. Vielleicht sinkt unsere Lidibo, muss aber nicht. Ich kenne Frauen, ich eingeschlossen, bei denen das Gegenteil der Fall ist. Und was nun diese Mittelchen zur Luststeigerung betrifft, so sehe ich für die nun wirklich keinen Grund. Vielleicht hat es ja einen ganz persönlichen Grund das die Lust nachlässt und vielleicht ist das ja auch temporär. Ist ja nicht so, dass wir immer und um jeden Preis bereit sein müssen.

Eine der meist zu den Wechseljahren ist, nehme ich denn da auch noch ab? Antwort: Ja, klar! Vielleicht nicht mehr ganz so leicht wie in der Jugend. Aber natürlich nimmt frau auch in dieser Zeit ab. Ich selber nehme ab, obwohl ich 50 bin und seit 42 die ersten hormonellen Veränderungen spüre. Das tolle ist, dass sich viele der oben genannten Beschwerde durch eine gesunde, ausgewogene und vollwertige Ernährung beheben lassen. Meine Frauenärztin hat mir geraten Sojaprodukte in meinen Speiseplan einzubauen, um die Hitzewallungen in den Griff zu kriegen. Das funktioniert bei mir fantastisch. Es gibt übrigens Studien die belegen, dass Frauen im asiatischen Raum, wo ein großer Teil der Ernährung aus Sojaprodukten besteht, keine der oben genannten Beschwerden kennen. Das es eher die Ausnahme in diesem Teil der Welt ist die darüber klagt.

Ich habe auch festgestellt das ich mehr Eiweiß als früher brauche in Diätzeiten, besonders wenn ich Sport treibe. Das ist nun auch nicht so verwunderlich, denn ohne Eiweiß kein Muskelaufbau. Ich merke auch, dass ich sehr gerne Milchprodukte zu mir nehme. Die mochte ich früher gar nicht. Also denke ich mal, dass da ein größere Bedarf an Kalzium besteht und das kann frau dem Körper ja geben.

Was komplizierter ist, ist die Sache mit der Mens. Normalerweise wissen wir ja auf Grund jahrelanger Erfahrung wie unser Körper da reagiert und was er braucht. Nun verändert sich die Regel. Sie kommt mal heftiger, sie kommt mal schwächer. Manchmal setzt sie aus, bringt aber PMS mit sich und damit verbunden Einlagerungen von Wasser und Heißhungerattacken. Das ist nicht ungewöhnlich und in Zeiten in denen kein Blut kommt, kann sich das schon mal hinziehen. Persönlich deprimiert es mich auch, wenn meine Energiebilanz stimmt und ich trotzdem mal bis zu 4 kg mehr auf der Waage habe. Das ist übel, aber leider nicht zu vermeiden. Manchmal wenn es ganz schlimm ist, dann trinke ich Brennnesseltee, der entwässert. Aber im Großen und Ganzen lässt sich da nichts ändern.

Wie gesagt, eine Gewichtsreduktion ist auch in dieser Zeit möglich und auch sehr wünschenswert wenn Übergewicht vorhanden ist.  Ebenso ist es wichtig in Bewegung zu bleiben. Das gilt für unseren Körper und unseren Geist.

Es hat mich immer überrascht wie sehr diese Phase runter gemacht wird. Wie sehr in Werbung und Medizin die Hitzewallungen und Verlust der Jugend im Vordergrund stehen. Das aber kaum jemand darüber spricht: Welche Kraft diese Zeit in sich hat. Für viele Frauen ist es die Phase in der sie etwas ganz Neues starten und in der sie nicht mehr ausschließlich für die Kinder da sind, sondern „ihr Ding“ machen. Manche, sowie ich, beschließen sogar noch mal ca. 60 kg abzunehmen und schlank ins Alter zu gehen. Vor allem denken diese Frauen nicht daran sich von irgend jemanden erzählen zu lassen, dass das in dem Alter nicht mehr geht und das es ja auch unwichtig ist, weil ja die sexuelle Attraktiviät beim Teufel ist. So ein Blödsinn. Wir können machen was immer wir wollen und wozu wir Lust haben. Und was das Abnehmen betrifft, so gilt für uns das selbe wie für andere. Eine negative Energiebilanz beschert uns weniger Fett auf den Hüften. Manchmal müssen wir sehen das wir das Wasser loswerden und manchmal den Stoffwechsel ein wenig pushen. Aber das ist ja leicht gemacht. Einfach mal ein paar Tage am Limit des Tagesbedarf essen und auf Sport verzichten und dann wieder wie gewohnt. Auch mal die Sportart wechseln kann helfen.

KA-Rit

About Karin

Ich bin 50 Jahre alt, verheiratet, Beruf: Hexe und Künstlerin was beides zusammengehört. Seit Februar 07 bin ich bei AIQUM um mein Übergewicht endgültig weg zu kriegen und habe in dieser Zeit 16 kg abgenommen, so um und bei. :-)
PS: Nach einem Jahr Pause bin ich wieder voll in das Programm eingestiegen seit dem 13.11.2009

6 thoughts on “Abnehmen in den Wechseljahren

  1. […] mit allen möglichen Blödsinn über diese Zeit gefüttert wurden.  Dazu habe ich ausführlich hier geschrieben.  Das will ich hier nicht noch einmal […]

  2. Hey Karin,
    gut das noch mal so schön zusammengefasst zu lesen. Und eine gute Vorbereitung auf den Figurtest am Donnerstag. Dass es diese Phasen gibt in denen ich nur anstaue, muss ich jetzt erst mal verknusern.
    Aber das gelingt schon. Es geht eben nicht mehr so linear wie früher bei mir. Die ersten 1 1/2 Jahre bei Aiqum habe ich ja fast stetig und gleichmäßig abgenommen und war sehr verwöhnt dadurch. Jetzt muss ich mich eben von vielen Zacken in der Kurve anfreunden. Das wird mir aber auch gelingen.
    lg
    Renate

  3. Klar kriegst du das auf die Reihe, gar keine Fragen. Es ist doch nur wichtig wie es am Ende auskommt und nicht wie es zwischendrin mal aussieht. du weißt doch genau wie deine Energiebilanz aussehen muss, damit du abnimmst und das ist auch nicht anders geworden. Alles Liebe Karin

  4. Es ist schon seltsam wie mich diese Erkenntnis aus der Bahn geworfen hat. Aber es ist auch ganz gut dass der alte Blödsinn den ich auch gefressen habe so geballt hoch kommt, dann kann ich gleich was dagegen unternehmen. Wie schön Dich als Begleiterin in die Wechseljahre zu haben.
    Ich staune über mich wie sich mein Körper anscheinend schon längst auf den Zustand eingestellt hat. Ich liebe Tofu, ich esse ihn auch gerne so ganz pur, ich mag den Geschmack. Mit etwas Sojasoße beträufelt ist er noch besser und ein paar Tropfen Sesamöl dazu…lecker!
    Ach ja, seit einiger Zeit habe ich Jieper auf Sesam. Das ist ein großartiger Kalziumlieferant. Und ich verdrücke Tag für Tag 250 g Magerquark, meist mit Leinsamen.
    Überhaupt, je mehr ich mich mit gesunder Ernährung in den Wechseljahren beschäftige, desto mehr staune ich weil ich viel von den Sachen im Laufe des vergangenen Jahres schon ganz automatisch eingebaut habe.
    lg
    Renate

  5. Hallo Renate, unser Körper weiß alles über seine Bedürfnisse und wie er sie erfüllt kriegt, wir müssen nur lernen ihm zu zuhören.
    Ich bin auch immer überrascht was er so alles erzählt. Mir ging es aber genau wie dir. Ich hatte es ja nie mit Joghurt und Konsorten oder Milchtrinken und auf einmal wollte ich es essen. Das war 1 – 2 Monate bevor ich realisierte was los ist.
    Im Moment möchte mein Körper kein Fleisch essen und wenn ich ihn lasse sucht er sich passenden Ersatz. Also lasse ich ihn. Da steckt eine Menge Wissen drin. Alles Liebe Karin

  6. […] eingeschränkten Beweglichkeit zu tun haben, kommen bei Frauen die hormonellen Veränderungen der Menopause […]

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